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CD-Besprechung

Orfeo C 485 982 I

2 CD • 2h 20min • 1998

01.09.1998

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 5
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Zwei Gesamtaufnahmen von Olivier Messiaens einziger Oper Saint François d’Assise waren bislang in den Handel gekommen: die eine, basierend auf der Uraufführungsproduktion von 1983 im Pariser Palais Garnier unter Seiji Ozawa, die andere der Mitschnitt einer konzertanten Aufführungsserie unter Kent Nagano im Jahr 1986. Beide Einspielungen sind längst schon wieder aus den aktuellen Katalogen genommen worden, so daß die Werkauszüge, die Orfeo jetzt in der Reihe Festspieldokumente veröffentlicht hat, eine schmerzliche Lücke wenigstens ansatzweise schließen. Zurückgegriffen hat man auf ein Konzert bei den Salzburger Festspielen 1985, das vier der insgesamt acht Tableaux des St. François präsentierte: mit Dietrich Fischer-Dieskau in der Titelpartie und Lothar Zagrosek am Pult des Wiener RSO. Schon sieben Jahre, bevor Gérard Mortier in seiner ersten Salzburger Saison eine Inszenierung des viereinhalbstündigen Gesamtwerkes durch Peter Sellars erarbeiten ließ, war Messiaens Opus summum also zu Festspielehren gekommen.

Daß Saint François d’Assise zu den herausragenden Opernnovitäten aus der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts zählt, belegen bereits die Ausschnitte. Fast alle Vogelstimmen, die Messiaen im Laufe seines Lebens notierte, kommen in der Partitur vor; symbiotisch werden die Akkordfarben und harmonischen Wendungen, die er über die Jahrzehnte entwickelte, verbunden. Aber auch für Neuerung ist Raum, etwa für simultane Schichtungen verschiedener Tempi in den einzelnen Instrumentengruppen – Messiaen selbst sprach von einem „organisierten Durcheinander“.

Lothar Zagrosek ist ein bewundernswürdiger Koordinator dieser hochkomplexen Partitur, die Kollege Ozawa zunächst als „unausführbar“ bezeichnet hatte: Das Wiener Orchester spielt in perfektem Timing, die Klangfarben sind subtil abgemischt, und die für einen Live-Mitschnitt erstaunlich gute Tontechnik bürgt für Transparenz. Defizite liegen im Vokalen: Fischer-Dieskaus Bariton ist zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht mehr wirklich intakt, das forte klingt gebellt, und er läßt legato-Kultur vermissen, setzt statt dessen auf eine Betonung des einzelnen Wortes. Auch Rachel Yakar mit Höhenproblemen verfügt in ihrer Stimme nicht über jene „Reinheit der Pamina“, die Messiaen sich für den Engel wünschte.

Susanne Stähr [01.09.1998]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Olivier Messiaen
1Saint François d'Assise (Scènes franciscaines en trois acts et 8 tableaux)

Interpreten der Einspielung

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