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Besprechung CD

Miklós Rósza

Overture to a Symphony Concert • Hungarian Serenade • Tripartita
Deutsche Staatsphilharmonie Rhienland-Pfalz • Gregor Bühl

Capriccio C5514

1 CD • 56min • 2023

08.02.2024

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Wohl jeder Mensch in Mitteleuropa hat bereits Musik von Miklós Rózsa gehört. Vielleicht gar nicht einmal bewusst; – aber wer könnte wohl von sich behaupten, niemals Filme wie Ich kämpfe um Dich, Quo Vadis, Ben Hur zumindest im Fernsehen angeschaut zu haben. Dass der mit drei Oscars für seine Musik Ausgezeichnete auch Werke für den Konzertsaal schrieb, ist hingegen weniger bekannt. Deshalb ist die Auswahl von Orchesterwerken durch Gregor Bühl und die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz eine willkommene Ergänzung unseres Bildes der tonalen Musik des 20. Jahrhunderts.

Ein Enkelschüler Max Regers reüssiert in Hollywood

Allen, die über Filmmusik gern die Nase rümpfen, sei gesagt, dass dieses Genre auch von höchst renommierten Komponisten gern als zusätzliche Quelle des zumeist nicht üppigen Einkommens genutzt wurde. Man denke nur an R. Vaughan Williams, A. Honegger, E. W. Korngold, S. Prokofjew und D. Schostakowitsch. So begann auch Mikós Rózsa (1907-1995) seine Karriere als Student der klassischen Komposition bei dem Reger-Schüler Hermann Grabner. Dessen „Allgemeine Musiklehre“ dürfte sich wohl in vielen Leserhaushalten befinden. Anspruchsvollere haben womöglich auch noch dessen „Harmonielehre“ und „Kontrapunkt“ irgendwo im Regal stehen, Indizien dafür, worauf Grabner im Unterricht Wert legte. Rózsa brachte neben Beherrschung von Klavier, Geige und Bratsche den Melodienschatz seiner nordungarischen Heimat ein. Dieser prägt seine Hungarian Serenade op. 25 (1944), die auf eine Frühfassung aus dem Jahr 1932 zurückgeht.

Auch in der Overture to a Symphony Concert op. 26a (1963) scheint dieses ungarische Kolorit des Öfteren auf, wenngleich die Fanfaren ebenfalls recht gut zum Wagenrennen aus Ben Hur zu passen scheinen. Seine kontrapunktischen Fähigkeiten blitzen in der völlig natürlich gearbeiteten Kanonik der Tripartita (1972) auf. Alle Kompositionen sind ein Beispiel dafür, dass Miklós Rózsa seine an Béla Bartók und Zoltán Kodály gemahnende Tonsprache nicht verändern musste, gleichgültig, ob er fürs „Movie Theatre“ oder für den Konzertsaal schrieb.

Tadellose Interpretation

Gregor Bühl und die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz hatten an dieser technisch herausfordernden, farbigen Musik ganz offensichtlich Spaß und sind mit Konzentration, aber auch der hier erforderlichen Nonchalance durchgehend bei der Sache.

Die Aufnahmetechnik stellt das Orchester bei üppiger Dynamik klar in den Raum. Der exzellente Booklet-Text von Jens F. Laurson bietet auf vier engbedruckten Seiten alles, was man über Komponist und Werke wissen sollte. Das führt zur Aufwertung beim Gesamteindruck

Fazit: Temperamentvolle, farbige und virtuose Musik in der Nähe von Bartóks Konzert für Orchester und Hindemiths Sinfonie Mathis der Maler. Wenn man die Dissonanzen als Gewürz nimmt, tonal durchaus noch vollkommen verständlich.

Thomas Baack [08.02.2024]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Miklós Rózsa
1Overture to a Symphony Concert op. 26a 00:08:43
2Hungarian Serenade op. 25 00:23:26
7Tripartita op. 33 00:23:31

Interpreten der Einspielung

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