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CD-Besprechung

Josef Bohuslav Foerster

Complete Orchestral Works

MDG 632 2244-2

3 CD • 3h 41min • 2007, 2008, 2009

17.09.2022

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Auf der Rückseite der 3-CD-Box steht, es handle sich dabei um Josef Bohuslavs Foersters „Complete Orchestral Works‟. Das stimmt jedoch nicht; es fehlen einige Suiten und Ouvertüren sowie die Instrumentalkonzerte. Dafür bekommt man aber alle fünf Sinfonien sowie die frühe Suite In den Bergen des tschechischen Meisters. Es handelt sich auch nicht um Neuaufnahmen: Die Werke wurden bereits auf drei Einzel-CDs veröffentlicht und sind jetzt erstmalig als Box veröffentlicht. Für die Aufnahme der ersten beiden Sinfonien gab es 2009 den ECHO Klassik.

Wertvolles Repertoire dem Vergessen entrissen

Diese Auszeichnung gab es zurecht, denn nicht nur lassen Hermann Bäumer und das Osnabrücker Symphonieorchester Foersters Werken in jedem Takt Gerechtigkeit widerfahren, sondern hier wurde auch wertvolles Repertoire dem Vergessen entrissen, denn selbst in seiner Heimat wird die Musik des 1951 gestorbenen Foerster kaum noch aufgeführt. Bei uns ist er eigentlich in erster Linie als treuer Freund und Ratgeber Gustav Mahlers bekannt. Und da er als hochdekorierter Staatskünstler zu Grabe getragen wurde, stellt sich natürlich die Frage: Warum die fast vollständige Vernachlässigung dieses Komponisten nach seinem Tod.

Feinsinnige Spätromantik, etwas gleichförmig

Ein Schlüssel dafür findet sich in Anselm Cybinskis instruktivem Einführungstext. Der Autor spricht hier vom „stillen und diskreten Meister‟ Foerster, seinem „introvertierten Traditionalismus‟ und dem „unaufdringlichen Klang seiner Stimme‟. War Foerster auch – nicht zuletzt in seiner Eigenschaft als Kritiker – Neuem gegenüber aufgeschlossen, ging er doch in seiner Musik nie über die Grenzen einer zwar durchaus feinsinnigen, aber auch etwas gleichförmig wirkenden Spätromantik nicht hinaus. Experimente finden sich bei ihm ebenso wenig wie Applaus heischende Folkoristik. Alle fünf Sinfonien sind viersätzig angelegt – meist nach dem traditionellen Schema, lediglich die erst in den Zwanzigerjahren entstandene Fünfte, die auch harmonisch etwas weiter geht als ihre Vorgängerinnen, hat einen langsamen Satz als Finale. Was man bei Foerster auch selten findet, sind starke Kontraste innerhalb der einzelnen Themen der Sätze; die Grundstimmung ist meist heiter-pastoral oder, wie in der Fünften, friedvoll resignativ. Man muss sich schon etwas eingehender mit den Werken auseinandersetzen, um ihren jeweiligen persönlichen Charakter goutieren zu können.

Eine Pioniertat

Aber wer romantische Orchestermusik liebt, sollte Foerster auf jeden Fall eine Chance geben. Seine Musik hat das Vergessen nämlich nicht verdient, und bislang hat Hermann Bäumers Pioniertat noch keine Nachfolger gefunden. Doch halt: Bei Naxos ist für Oktober eine Neuaufnahme von Foersters Erster angekündigt. Vielleicht ist ja hier ein neuer Zyklus im Entstehen begriffen.

Thomas Schulz [17.09.2022]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Josef Bohuslav Förster
1Sinfonie Nr. 2 F-Dur op. 29 00:44:35
5Sinfonie Nr. 1 d-Moll op. 9 00:29:27
CD/SACD 2
1Sinfonie Nr. 3 D-Dur op. 36 00:38:33
5Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 54 00:40:14
CD/SACD 3
1In den Bergen op. 7 00:23:45
5Sinfonie Nr. 5 op. 141 00:44:18

Interpreten der Einspielung

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