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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Musikalische Perlen

Originalwerke des 20. Jahrhunderts für Flöte und Harfe

Ars Produktion ARS 38 339

1 CD/SACD stereo/surround • 51min • 2021

03.08.2022

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die Flötistin Odile Renault und die Harfenistin Élodie Reibaud haben sich 2014 zum Duo Les Connivences Sonores zusammengefunden und widmen sich seitdem der Erkundung des Repertoires für Flöte und Harfe. Unter dem Titel „Musikalische Perlen“ stellen sie nun ein Album mit Originalkompositionen vor, die im 20. Jahrhundert für ihre Duobesetzung entstanden sind. Hinsichtlich der Zusammenstellung des Programms haben die beiden Musikerinnen ein gutes Gespür bewiesen, denn die ausgewählten Stücke bilden eine kontrastreiche, stilistisch vielfältige Vortragsfolge.

Ausgefallenes Repertoire

Das älteste Stück erklingt zu Beginn: Désiré-Émile Inghelbrechts dreisätzige Sonatine aus dem Jahr 1919 verrät in jedem Takt die Verbundenheit ihres Komponisten mit Claude Debussy, von dessen Orchesterwerken Inghelbrecht als Dirigent eine Gesamteinspielung vorlegte. Diesem anmutigen Werk folgt mit Lowell Liebermanns Sonate op. 56 aus dem Jahr 1996 das dramatischste Stück des ganzen Programms. Einsätzig, beginnt sie langsam in den tiefen Registern beider Instrumente, steigert sich zu einem raschen Mittelteil und klingt mit einer variierten Wiederkehr der Einleitung aus. Liebermann zeigt sich hier als meisterlicher Gestalter schattenhafter, zwielichtiger Musik. Ein nervös gespannter Unterton dominiert das ganze Werk, zu dessen motivischem Material nicht von ungefähr die Schostakowitsch-Signatur D-Es-C-H gehört. Ami Maayani war ein Spezialist für Musik des Nahen Ostens.

Exotisches Klangbild

Seine 1973 entstandene Arabesque Nr. 2 basiert auf Modi und Rhythmen arabischer Maqamat, denen der Komponist geheimnisvoll flackernde Klänge abgewinnt. Gerade die Harfe kann hier zeigen, zu welchem Farbenreichtum sie in der Lage ist. An einigen Stellen meint man, Zimbeln zu hören. Ned Rorem, einer der großen Lyriker der US-amerikanischen Musik, hat 1975 für Flöte und Harfe ein Stundenbuch komponiert. Die acht kurzen Sätze dieses Zyklus orientieren sich an an den einzelnen Teilen des Stundengebets, von der Matutin bis zur Komplet, beschreiben also gleichzeitig den Tageslauf. Hervorheben muss man hier, wie abwechslungsreich die Interaktion zwischen den Instrumenten gestaltet wurde. Ein Teil der Stücke ist konzertant angelegt, andere lassen sich als instrumentale Dialoge beschreiben. Auch gibt es längere Soli für beide Instrumente. Das abschließende Nachtgebet sprechen Flöte und Harfe im gleichen Rhythmus. Das Programm wird beschlossen von drei Miniaturen Witold Lutosławskis, die jeweils nur etwas mehr als eine Minute dauern. Die ausdrücklich Fragmente genannten Stücke entstanden 1953 als Interludien für zwei Rundfunkhörspiele, deren Handlungen in der griechischen Antike angesiedelt waren.

Dass diese abwechslungsreiche musikalische Reise durch das 20. Jahrhundert bis zum letzten Stück spannend bleibt, wird durch das Spiel Odile Renaults und Élodie Reibauds garantiert. Der Name des Duos („Connivence“ = heimliches Einverständnis, gemeinsame Sache) erscheint angesichts dieser Aufnahme passend gewählt.

Norbert Florian Schuck [03.08.2022]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Désiré-Emile Inghelbrecht
1Sonatine op. 56 für Flöte und Harfe 00:10:39
Lowell Liebermann
4Sonata op. 56 00:13:37
Ami Maayani
5Arabesque Nr. 2 für Flöte und Harfe 00:08:59
Ned Rorem
6Book of Hours für Flöte und Harfe 00:13:47
Witold Lutoslawski
143 Fragmente für Flöte und Harfe 00:03:56

Interpreten der Einspielung

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