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CD-Besprechung

Evocation

Violin Works by Paul Ben-Haim

Evocation

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 14.04.19

Klassik Heute
Empfehlung

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BIS 2398

1 CD/SACD stereo/surround • 65min • 2017

Erst nach seiner Emigration 1933 nach Palästina änderte der gebürtige Münchner Paul Frankenburger – der nach seinem Studium Assistent von Bruno Walter und später 1. Kapellmeister in Augsburg gewesen war – seinen Nachnamen in Ben-Haim. Stand sein Kompositionsstil in der alten Heimat noch ganz in der Nachfolge der deutschen Spätromantik inklusive Gustav Mahler, assimilierte er, vor allem durch den engen Kontakt zur Sängerin und Musikethnologin Bracha Zephira ab 1939, zunehmend die Volksmusik des Nahen Ostens in sein Werk, das schließlich einen spezifisch israelischen Nationalstil mitbegründen sollte, den Ben-Haim selbst jedoch als „mediterran“ bezeichnete. Die Phasen dieser Entwicklung lassen sich anhand der Violinmusik des Komponisten auf der vorliegenden Einspielung sehr eindrucksvoll verfolgen.

So erklingt Evocation (1942) noch ganz im Geist großer europäischer Werke für Violine und Orchester – dramatisch expressiv, in klassischer Sonatenform. Bereits die Berceuse sfaradite (1945) und die Drei Lieder ohne Worte (1951) für Violine & Klavier integrieren sephardisches Material. Im großartigen Violinkonzert von 1960 gelingt eine vollkommene Verbindung von klassischer Form mit nahezu komplett nahöstlicher Melodik. Die 1981 für Yehudi Menuhin komponierten Drei Etüden für Violine solo sind letztlich in beiden Welten verwurzelt.

Der junge israelische Geiger Itamar Zorman (Jahrgang 1985) nimmt sich all dieser Werke mit größter Überzeugung an, brilliert mit einem klaren, immer ausdrucksstarken Ton, ohne jemals in Gefahr billiger Übertreibung zu geraten. Technisch ist das natürlich völlig makellos, was besonders in den Kadenzen und Etüden sofort evident wird. Sowohl im Schweizer Philippe Bach – derzeit GMD am Meininger Staatstheater – als auch in der Pianistin Amy Yang scheint er für diese sensible, nie aufdringliche Musik ideale Partner gefunden zu haben. Bach setzt mit dem BBC National Orchestra of Wales sowohl den großen Gestus der Evocation als auch den mit sparsamen orchestralen Mitteln arbeitenden Neoklassizismus des Violinkonzerts gleichermaßen durchsichtig und mit Sinn für feine Farbschattierungen in Klang um, im Forte mit Biss, aber nie zu dick, in leiseren Passagen immer noch spannungsvoll. So richtig Spaß für den Hörer macht allerdings das Violin-Klavier-Duo. Wir hören höchst intime, jedoch dankbare, echte Kabinettstückchen, die mit so viel Präzision, Einfühlungsvermögen und Wärme vorgetragen werden, dass man spontan applaudieren möchte. Zudem kann auf der gesamten CD auch die Aufnahmetechnik wirklich mal mit einem völlig offenen Klangbild punkten. Was will man mehr?

Qualität: 10 Klangqualität: 10 Gesamteindruck: 10

Martin Blaumeiser [14.04.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Ben-Haim Evocation (Yizkor) 00:19:18
2 Arioso für Violine und Klavier (Lied ohne Wort) 00:04:09
3 Ballad (Lied ohne Worte) 00:02:23
4 Sephardic Melody (Lied ohne Worte) 00:02:59
5 Konzert für Violine und Orchester 00:20:58
8 Three Studies für Violine 00:06:51
11 Berceuse Sfaradite 00:03:38
12 Toccata (aus: Fünf Stücke für Klavier op. 34) 00:03:19

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Itamar Zorman Violine
Amy Yang Klavier
BBC National Orchestra of Wales Orchester
Philippe Bach Dirigent
 
2398;7318599923987

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