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CD-Besprechung

Bach to the Future

Sabine Weyer

Bach to the Future

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 05.12.17

Ars Produktion ARS 38 245

1 CD/SACD stereo/surround • 61min • 2017

Es mag originellere Wortspiele als im Titel dieser CD geben, aber die bieten sich hier geradezu an bei diesem Namen und dieser Thematik. Die Auswirkungen der Musik von Johann Sebastian Bach auf die Musikgeschichte sind jedenfalls immer wieder ein Thema, an dem Komponisten wie Interpreten nicht vorbei kommen. Die luxemburgische Pianistin Sabine Weyer hat sich den Aspekt der Bearbeitungen herausgesucht und einige Werke Bachs in Bearbeitungen romantischer Komponisten aufgenommen, ergänzt von Bachs zweiter Französischer Suite, die im Original erklingt - allerdings auch auf einem modernen Flügel, wie die romantischen Bearbeitungen auch.

Das passt jedoch sehr gut, da Weyer hier das richtige Maß zwischen struktureller Transparenz und modernem Instrument findet. Ihr Spiel ist ausgesprochen sanglich, der Pedalgebrauch subtil dosiert, ihre Anschlagskultur fein abgestuft. Auch dynamisch schlägt sie im Hinblick auf die Phrasierung sinnstiftende Spannungsbögen, während die Artikulation durch ein fein strukturiertes Legato stets sehr differenziert ist. Das Gesamtbild überzeugt, dies ist eine ebenso runde, ausgewogene und im besten Sinne zeitlose Bach-Interpretation.

Ein wenig mehr in die Trickkiste greift Weyer bei den romantischen Bach-Bearbeitungen aus der Feder von Ferruccio Busoni, Alexander Siloti und Camille Saint-Saëns. Hier wählt sie durchweg langsamere Tempi, was nicht nur in der Wahl der Stücke begründet liegt, und offenbart ein ausdrucksvolles, wenn auch nicht über Gebühr sentimentales Spiel mit viel profundem Ausdruck. Hier ist das Legato obligat, insgesamt ist der Anschlag samtiger, der Klang fülliger, der Ausdruck pathetischer. Aber auch hier übertreibt Weyer nicht. Sie drückt nicht auf die interpretatorische Tränendrüse, sondern lässt - bei gleichzeitigem Tiefgang - dezente Zurückhaltung walten. Vorbildlich ist auch, wie Weyer bei den transkribierten Choralvorspielen stets den cantus firmus herausarbeitet ohne dabei das diffizile Mittelstimmengeflecht zu vernachlässigen.

Guido Krawinkel [05.12.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ BWV 639 (Choralvorspiel - Bearb. für Klavier) 00:04:02
2 Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 645 (Choralvorspiel - Bearb. für Klavier) 00:03:39
3 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 659 (Choralvorspiel - Bearb. für Klavier) 00:05:06
4 Jesus Christus, unser Heiland BWV 665 (Choralvorspiel) 00:07:37
5 Französische Suite Nr. 2 c-Moll BWV 813 00:17:00
11 Siciliano BWV 1031 00:02:11
12 Präludium h-Moll BWV 855a (Bearb. für Klavier: Alexander Siloti) 00:02:47
13 Sonate Nr. 2 a-Moll BWV 1003 für Violine solo (Bearb. für Klavier: Alexander Siloti) 00:05:56
14 Air aus Orchestersuite D-Dur BWV 1068 (Bearb. für Klavier: Alexander Siloti) 00:05:38
15 Tempo di Borea aus Partita Nr. 1 h-Moll (Bearb. für Klavier: Camille Caint-Saëns) 00:03:38
16 3. Satz Largo aus Sonate Nr. 3 C-Dur BWV 1005 (Bearb. für Klavier: Camille Caint-Saëns) 00:03:50

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Sabine Weyer Klavier
 
ARS 38 245;4260052382455

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