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CD-Besprechung

"Quasi una Fantasia"

Kateryna Titova

"Quasi una Fantasia"

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 26.09.17

GWK Records GWK 136

1 CD • 70min • 206

Hier spielt, ja widmet sich eine zu Recht vielfach ausgezeichnete Pianistin aus der Ukraine einem im doppelten Sinne „fantastischen“ Repertoire. Besonders dankbar darf man sein, dass diese temperamentvolle, technisch bestens gerüstete, aber keineswegs nur auf mechanische Geläufigkeit bedachte Interpretin eine Sonate des tschechischen Komponisten, Pianisten und Organisten Jan Václav Vorisek in ihr Programm einbezogen hat, denn dessen Sonate quasi una fantasia op. 20 mit drei Allegro-Sätzen (!) ist ein überzeugendes Beispiel, auf welch hohem Niveau auch Autoren der sozusagen zweiten schöpferischen Liga gearbeitet und für das Klavier eine eigene, in diesem Fall eine durchaus brillante und für Aufmerksamkeit sorgende Sprache gefunden haben.

Mendelssohns so genannte Sonate écossaise mit ihren drei flüssigen, zuweilen sogar etwas überflüssigen Passagen bewältigt und erklärt Titova mit kantabel-rhetorischer Eleganz und manueller Geschmeidigkeit. Hier braucht sie keinen Vergleich zu scheuen. Mit den zögernden, liebevollen Passagen am Beginn der Es-Dur-Sonate von Beethoven weiß sie in Klang und Diktion vorsichtig umzugehen, um im Kontrast dazu die treibenden Energien der folgenden Teilabschnitte mit Verve und Umsicht auf Trab, ja auf Galopp zu halten. Auffallend, wie sie das Kopfsatzthema der Mondscheinsonate fast in Glenn Gould-Nähe ohne (an sich unzulässige) Verlängerung der kurzen Melodie-Note zum Pendeln bringt. Es hat sich ja über fast schon Jahrhunderte eingebürgert, vermehrte melodische Qualität zu erzielen, indem die kurze Note verlängert wird, dies aber auf Kosten einer Pause im Verlauf der begleitenden Triolen. Sehr zärtlich – und nicht wie so oft etwas „gehackt“ – fädelt Kateryna Titova das „Allegretto“ ein, um dann im Finale echtes „Presto agitato“ in klangliche Hochgeschwindigkeit mit explosiven Akkordstößen umzusetzen.

Von Einfühlung in die Welt der frühen Skrjabin-Atmosphäre zeugt auch Titovas Wiedergabe der zweisätzigen g-Moll-Sonate, die in den letzten Jahren von jungen Pianisten immer häufiger einstudiert, freilich nicht immer zum Besten gegeben wird… Rundherum eine beeindruckende Vorstellung dieser 24jährigen Virtuosin.

Vergleichseinspielungen: Mendelssohn Bartholdy: Kirschnereit (Arte Nova 76808 2), Frith (Naxos 8.553541), Artymiw (Chandos LP ABRD 1081), Cherkassky (Vox LP D-VCL 9048), M. Jones (Nimbus NI 5072), Protopopescu (Hänssler PH 08027), Girod (Saphir productionsLVC 001089); Vorisek: Tverskaya (Opus 111 OP 30241), Demidenko (London 8.6.2003 - AGPL 1-109)

Peter Cossé [26.09.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Mendelssohn Bartholdy Fantasia fis-Moll op. 28 (Sonate écossaise) 00:12:42
4 L.v. Beethoven Klaviersonate Nr. 13 Es-Dur op. 27 Nr. 1 (Quasi una fantasia) 00:15:51
8 Klaviersonate Nr. 14 cis-Moll op. 27 Nr. 2 00:15:34
11 J.V.H. Voříšek Klaviersonate b-Moll op. 20 (Quasi una fantasia) 00:13:22
14 A. Scriabin Klaviersonate Nr. 2 gis-Moll op. 19 (Sonate-Fantasie) 00:11:43

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Kateryna Titova Klavier
 
GWK 136;4206011341361

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