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CD-Besprechung

Pearls of Classical Music

Works by Haydn, Beethoven, Weber, Chopin, Liszt, Saint-Saëns, Moszkowsky and Lyapunov

Genuin GEN 17452

1 CD • 68min • 2016

10.01.2017

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Die deutsch-koreanische Pianistin Caroline Fischer ist mittlerweile in einer weltweiten Karriere angekommen. Wenn sie ihre neueste Einspielung „Pearls of Classical Music“ betitelt, soll dies kein kommerzielles Hochglanzetikett sein, sondern wohl eher ein grundehrlicher Arbeitstitel für ihr jüngstes Projekt. So muss wohl jeder empfinden, der sich auf dieser CD von Caroline Fischers spielerischer Energie mitreißen lässt, der in so vielen Details ihre grandiose Beweglichkeit und Technik, aber auch ebenso mannigfaltige Gestaltungskraft erlebt. Man fühlt sich wachgerüttelt, erfrischt und berührt - allein durch Caroline Fischers pulsierende Artikulationsfähigkeit auf den schwarzen und weißen Tasten! Und man staunt, wie selbstverständlich und federleicht diese Interpretin sämtliche dieser Potenziale aufbietet.

Haydns Klaviersonate Nr. 39 ist ein wirklich „klassischer“ Auftakt zu einem solchen Programm. Hier legt Caroline Fischer ihre Visitenkarte offen, treibt energisch die Figurationen im ersten Satz voran, lässt im langsamen Satz viel innige Empfindung singen, um sich dann in ein pointiertes Finale fallen zu lassen.

Caroline Fischer spielt souverän genug, dass auch extrem bekannte Meisterwerke nicht nur wie schön aufpoliert, sondern wirklich wie gerade erst erfunden klingen: Beethovens Rondo capricciso, wo es um die „die Wut über den verlorenen Groschen“ geht, bringt diese Pianistin mit geradezu schwindelerregender Rasanz auf Touren. Die spielzeughafte Melodie erfährt geniale Abwandlungen, Variationen, Auszierungen. Die ganze hier auflebende vertrackte Mechanik macht Caroline Fischers Spiel verblüffend direkt und plastisch und damit ohne jeden (sonst oft aus spieltechnischer Schwierigkeit erklärbarer) Reibungsverlust erfahrbar.

Dann mal eben im fliegenden Wechsel in stilsicheres „Chopin-Feeling“ einzutauchen, zeugt einmal mehr davon, dass Caroline Fischer mit allen Wassern gewaschen ist. Maximale Ausdruckskraft und weiterhin ansteckende Leichtigkeit sind kein Widerspruch. Was hier alles zusammenkommt: Eine atmende, oft ergreifende Agogik, nachdenkliches Verzagen, treibendes Drängen, zugleich ein rhythmisch treibendes Walzerformat, über dem eine zerbrechliche Singstimme liegt.

Franz Liszsts kolossale Virtuosität hat Caroline Fischer schon auf ihrer vorheringen CD Listzomagia thematisiert. Wenn sie Franz Liszt für dieses aktuelle Werk heranzieht, stehen vor allem die romantischeren, innigeren Facetten dieser Musik im Fokus - etwa in einer nostalgisch verklärt wirkenden Rigoletto-Paraphrase.

Weitere Repertoire-Entdeckungen dringen ins frühe 20. Jahrhundert vor, wobei es aber nie um neutönerisches, sondern immer um musikantisches und sehr vital vorwärtstreibendes geht. Das zumindest hat das „Allegro appassionata“ op. 70 von Camille Saint-Saëns mit den Etuden von Moritz Moszkowski und Sergei Lyunov gemein. Das Format der Etüde ist ja auch viel mehr als ein Übungsstück. Fast wirkt es so, als wäre dieses Format gerade für Caroline Fischer erfunden worden – als weiträumige Spielwiese für diese temperamentvolle Spielerin, die ihre begeisterten Hörer nur zu gerne überall hin „mitnimmt“.

Stefan Pieper [10.01.2017]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Haydn
1Klaviersonate Nr. 24 D-Dur Hob. XVI:24 00:11:12
Ludwig van Beethoven
4Rondo a capriccio G-Dur op. 129 (Die Wut über den verlorenen Groschen ) 00:05:58
Carl Maria von Weber
5Rondo brillante Es-Dur op. 62 00:05:50
Frédéric Chopin
6Walzer e-Moll op. posth. 00:03:05
7Andante spianato et Grande Polonaise brillante Es-Dur op. 22 00:14:03
Franz Liszt
8Liebestraum Nr. 3 As-Dur op. 62 S 541 00:04:59
9Konzertparaphrase nach der Oper »Rigoletto« von G. Verdi S 434 R 267 für Klavier 00:07:28
Camille Saint-Saëns
10Allegro appassionato cis-Moll op. 70 00:06:00
Moritz Moszkowski
11Étude de Virtuosité op. 72 Nr. 11 00:01:46
Sergej Liapunow
12Lesghinka op. 11 Nr. 10 (aus: Études d'exécution transcendante op. 11) 00:07:37

Interpreten der Einspielung

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