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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Sergei Lyapunov

Works for Piano Vol. 2

Ars Produktion ARS 38 209

1 CD/SACD stereo/surround • 79min • 2015

13.09.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Eine Aufnahme wie ein Donnerschlag! Der 1990 geboren Pianist Florian Noack hat die zweite Folge seiner Einspielung mit Werken des russischen Komponisten Sergei Lyapunow fertiggestellt - sie ist ein Triumph.

Dabei ist es zweifelsohne ein großes Wagnis, solche Musik aufzunehmen, die im Hinblick auf ihre Virtuosität in der Liga eines Franz Liszt oder Frédéric Chopin anzusiedeln ist - zuweilen auch darüber. Denn Lyapunows Musik ist geradezu berüchtigt für ihre technischen Extreme und für ein so junges und unverbrauchtes Talent wie Noack ist es immer ein Wagnis, sich so spezieller Musik zu widmen. Noack aber nutzt seine Chance, er drischt nur nicht technisch brillant auf den Konzertflügel ein wie ein Weltmeister, er macht auch Musik wie ein ebensolcher: alle Nuancen dieser unglaublichen Musik ausschöpfend.

Lyapunow ist eigentlich einer der wichtigsten Vertreter der russischen Klaviermusik, nur kennt dessen originelle, sich technisch mitunter an der Grenze zum Wahnwitz bewegende Musik heutzutage kaum einer mehr. Hier scheint dem Komponisten gerade das zum Verhängnis geworden zu sein, was ihn auszeichnete: seine geradezu sprichwörtliche Besessenheit von Virtuosität. Noack indes traut sich. Er geht an diese Musik mit einer unverbrauchten Frische an, die nachgerade hinreißend ist.

Zwar ist auch Lyapunow ein Kind seiner Zeit und huldigt einem Virtuosentum, das er bis zum Exzess treibt, doch ist sein Stil im Vergleich zu seinen Zeitgenossen höchst originell, farbig und weit weniger stromlinienförmig. Da geht es nicht nur um die Zurschaustellung virtuoser Kunststückchen, sondern mitunter um die Erhebung der Virtuosität zur Kunstform und zum Wesensgrund an sich.

Lyapunows Musik klingt in Noacks Händen unerhört frisch und facettenreich, denn er betont nicht nur deren virtuose Seite, sondern er zelebriert auch die unzähligen subtilen Zwischentöne, die zarten Schattierungen, die sich im Kosmos zwischen den Noten auftun. Das macht er mit bemerkenswerter Reife und Souveränität, so dass man schon jetzt auf weitere Einspielungen hoffen darf.

Guido Krawinkel [13.09.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Sergej Liapunow
1Novelette op. 18 00:07:43
2Barcarolle op. 46 00:08:28
3Humoreske op. 34 00:05:52
4Étude op. 1 Nr. 1 00:02:36
5Intermezzo op. 1 Nr. 2 00:05:12
6Valse op. 1 Nr. 3 00:04:30
77 Preludes op. 6 00:11:28
14Chant du crépuscule op. 22 00:05:54
15Variationen und Fuge über ein russisches Thema op. 49 00:11:26
16Fêtes de Noël op. 41 00:14:15

Interpreten der Einspielung

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