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CD-Besprechung

Bach all'italiano

Bach all’italiano

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 29.06.16

klanglogo KL1517

1 CD • 69min • 2015

Es ist ein bisschen wie Stille Post: bei diesem beliebten Kinderspiel kommen am Ende mitunter ganz erstaunliche Sachen heraus, die dann nicht mehr viel mit dem Original zu tun haben. So – aber wirklich nur ein bisschen – verhält es sich mit dieser Aufnahme: da hat Johann Sebastian Bach Solokonzerte von Antonio Vivaldi und Benedetto Marcello für Orgel bearbeitet. Diese hat der Blockflötist Simon Borutzki nun als Grundlage dafür genommen, sie nochmals zu bearbeiten: für sein Instrument und eine Continuo-Besetzung mit Violoncello, Laute und Cembalo oder Orgel. Die Eingriffe in die musikalische Substanz, die Borutzki dabei vorgenommen hat, sind zum Teil erheblich, etwa wenn es um die Anpassung des Soloparts für Blockflöten oder die Ausgestaltung der Bassstimme geht.

Insofern hört man hier weder originalen Vivaldi noch originalen Vivaldi-Bach, sondern eine Mischung aus Vivaldi-Bach-Borutzki, die so wirklich einmalig ist. Einzig die Bearbeitung von Bachs Italienischem Konzert ist quasi eine Direkt-Bearbeitung. Jetzt aber zur eigentlichen Frage: Wie klingt das? Ziemlich gut sogar! Natürlich ist solch eine Herangehensweise nichts für Stilpuristen. Wenn man die Bearbeitung einer Bearbeitung bearbeitet, scheint das Augenmerk eher auf Bachs Bearbeitungspraxis zu liegen als auf dem Original. Doch abseits solcher Haarspaltereien überzeugt die musikalische Seite dieser CD absolut, vor allem Borutzkis ebenso musikantischer wie virtuoser Zugriff.

Der im Übrigen auch als Sänger ausgebildete Borutzki setzt Bachs Musik mit wunderbar flexiblem Gestus um, spielt ungeheuer virtuos und beseelt. Musikalisch sind die Bearbeitungen sehr gelungen und zweifelsohne eine willkommene Bereicherung des Blockflöten-Repertoires. Die Musiker des kleinen Continuo-Ensembles sekundieren dem Solisten mit absoluter Zuverlässigkeit, Stilkenntnis, etwa wenn es um die jeweilige Besetzung der Stücke mir Orgel oder Cembalo geht, und runden diese Aufnahme in gelungener Weise ab.

Guido Krawinkel [29.06.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Concerto F-Dur BWV 978 (nach Antonio Vivaldi RV 310) 00:07:01
4 Concerto a-Moll BWV 593 (nach Antonio Vivaldi op. 3 Nr. 8 RV 522) 00:09:14
7 Concerto d-Moll BWV 974 (nach Alessandro Marcello) 00:10:05
10 Italienisches Konzert F-Dur BWV 971 (aus: Clavierübung 2. Teil) 00:12:33
13 Concerto g-Moll BWV 975 (nach Antonio Vivaldi RV 316a) 00:09:01
16 Concerto G-Dur BWV 986 (nach Georg Philipp Telemann) 00:05:25
19 Concerto C-Dur BWV 976 (nach Antonio Vivaldi RV 265) 00:08:47
22 Concerto G-Dur BWV 973 (nach Antonio Vivaldi RV 299) 00:06:42

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Simon Borutzki Blockflöte
Lea Rahel Bader Violoncello
Magnus Andersson Laute
Clemens Flick Cembalo, Orgel
 
KL1517;4037408015172

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