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CD-Besprechung

Out Of Spain

Walter Abt & Sol Y Sombra

Out Of Spain

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 02.06.16

Klassik Heute
Empfehlung

ABTmusic 4251028700052

1 CD • 47min • [P] 2016

Die Musikkultur des Flamenco prägte schon früh die musikalische Sozialisation des Gitarristen und Komponisten Walter Abt. Als Kind machte er Bekanntschaft mit einer Zigeuner-Familie – und war unheilbar von deren Musik infiziert – vor allem, was die Kunst auf der Gitarre betrifft.

Auch heute ist Flamenco in all seinen Ausprägungen eines von Walter Abts künstlerischen Anliegen – dabei geht es allerdings weniger um dogmatisches Nacheifern von Traditionen und noch weniger um folkloristische Trivialisierung. Vielmehr rückt die universelle Strahlkraft dieser reichhaltigen und kunstvollen Musikkultur ins Rampenlicht. Sie reicht weit über die iberische Halbinsel hinaus, was für die Quellen, aus denen sich der Flamenco nährt, nicht minder zutrifft. „Out of Spain“, so der Titel dieser CD, ist hier auf jeden Fall Programm!

Fandango, Buleria, Rumba und Tango sind vielgestaltige rhythmische Formate für die meisten, hier miteinander vereinten Stücke. Gefüllt werden sie mit vielgestaltigem melodischen Erfindungsreichtum, der den Stücken keine puristische Strenge, dafür umso mehr mitreißende Dynamik und gerne auch mal eine verhaltene Intimität beschert. Zuweilen gebärdet sich die Harmonik wild und komplex, dann wieder gibt kantable Romantik Gelegenheit zum Durchatmen. Die weltläufigen Spurenelemente suggerieren eine Reise quer über den Globus, aber eine, die vor allem die südlichen Gefilde bevorzugt: Zuweilen vibrieren die Rhythmen anregend brasilianisch, und dann sind die Parallelen des Flamenco mit der indischen Kultur im Spiel dieses Ensembles allgegenwärtig: Gemeint ist die typische, mit vielen starken Betonungen aufwartende Klangrede. Walter Abts eigene Kompositionen und Arrangements könnten hier keine größere Bandbreite vermitteln – und es bleibt auch genug Raum für melodische Eingängigkeit. Dazwischen beleuchten zwei kurze, prägnante Stücke von Manuel de Falla, dass Flamenco-Elemente im Spannungsfeld zwischen traditioneller Musikkultur und einer ambitionierter Tonkunst auch schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine feste Größe waren.

Auch die Wahl der Besetzung markiert die Abkehr von puristischer Strenge. Hier spielt eine Band, deren gutes Händchen für Weltläufigkeit und Leichtigkeit nicht besser ausgeprägt sein kann: Walter Abts unbestechlich artikulierendes, glasklares Gitarrenspiel wird phasenweise verdoppelt und in seiner Räumlichkeit überhöht durch seinen „Kollegen“ am Instrument Ken Weinzierl. Die ganzen fliligran fließenden Arabesken finden sich überlagert und überhöht durch das luftig fließende Sopransaxophonspiel von Jürgen Seefelder. Solide liefert der Bass von Markus Wagner dunkle Hintergrundfarben für die leuchtenden Klanggemälde. Wobei Perkussionist Stephan Staudt mit adäquaten rhythmischen Gesten in jedem Moment passende und nie aufdringliche Ausrufezeichen setzt – sei es dahin getupfte Tabla-Impulse, zuweilen eine flamenco-typische Cajon oder subtil vibrierende Batucada-Trommeln. Die ganze stolze und extrem bewegliche Rhetorik kommt in dieser Musik ohnehin aus sich selbst hinaus.

Stefan Pieper [02.06.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W. Abt Seabroad 5 to 4 00:05:51
2 Hasta la victoria siempre (Fandangos por Bulerías) 00:06:50
3 Sonata Flamenca 00:11:49
6 M. de  Falla Cancion del fuego fatuo für Gitarre 00:02:31
7 Danza del molinero 00:02:56
8 W. Abt Baracuba (Rumba) 00:04:18
9 La Gomavera (Balada por Bulerías) 00:07:10
10 Choquero (Fandangos por Bulerías) 00:05:34

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Walter Abt Gitarre
Jürgen Seefelder Saxophon
Ken Weinzierl Gitarre
Markus Wagner Kontrabass
Stephan Staudt Percussion
 
4251028700052;4251028700052

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