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CD-Besprechung

Robert Fuchs

Symphonies 1 & 2

cpo 777 830-2

1 CD • 70min • 2011

14.03.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Wie kann es geschehen, dass ein zu Lebzeiten von Kollegen, Fachleuten und vom Publikum hochgeschätzter Wiener Meister schon nach kurzer Zeit fast vollständig in Vergessenheit gerät? Der riesige Erfolg seiner Streicherserenade D-Dur op. 9 von 1874 wurde Robert Fuchs (1847-1927) zum Verhängnis. Welchen Gattungen er sich in der Folgezeit auch widmen sollte – den unglückseligen Stempel des „Serenaden-Fuchs“ wurde er Zeit seines Lebens nicht mehr los: Idyllisches, Reizendes und Heiteres, also in erster Linie wohlklingende Harmlosigkeit – das war es, wofür man Robert Fuchs liebte, was man von ihm erwartete, woran jede weitere Komposition gemessen wurde.

Fuchs gehörte dem Brahms-Kreis an. Und während um ihn herum ein experimentierfreudiger Neuerer nach dem anderen auf den Plan trat – zu Fuchs‘ Schülern am Wiener Konservatorium gehörten u.a. Mahler, Sibelius, Wolf und Schreker –, wagte er es, der musikalischen Ästhetik eben des Brahms-Kreises treu zu bleiben. Ein weiteres Verhängnis, sprach man ihm doch bald jegliche Originalität ab, machte ihm zum Vorwurf, er würde sich zu viel bei anderen Komponisten bedienen und attestierte ihm bestenfalls gelungene Epigonenarbeiten.

Mag der/die Ein oder Andere bei den hier eingespielten Sinfonien unwillkürlich an Mendelssohn, Schubert, Schumann und Brahms denken, so halte ich mich lieber an manch zeitgenössische Rezension. Eduard Hanslick etwa bescheinigte der Sinfonie Nr.1 C-Dur op.37 (1884) einen natürlichen musikalischen Fluss, eine geschickte Instrumentierung und dem Komponisten einen ausgeprägten Sinn für Klang- und Formschönheit. Max Kalbeck sah in diesem Werk außerdem Kraft, Frische, Innigkeit und thematische Schönheit. Eben dieser Max Kalbeck hielt die Sinfonie Nr.2 Es-Dur op. 45 (1888) gar für eine „werthvolle Bereicherung der Orchesterliteratur“, für ein „anmuthiges Werk“, das mit einem leichten und gefälligen Ideenfluss und mit gewissenhafter thematischer Arbeit für sich einnimmt. Tatsächlich ist es dieser natürliche Fluss, der in beiden Werken sofort ins Ohr fällt, der Eleganz mit handwerklicher Souveränität verbindet. Zugegeben, die zwei Sinfonien haben auch ihre Längen, manche Entwicklung will nicht so recht von der Stelle kommen. Aber keine Spur von bloßer Gemütlichkeit, entspannter Harmlosigkeit oder von reinem Nachahmen. Diese Musik ist reich an motivisch-thematischen Ideen und an klanglicher Fantasie. Und genau dieser Umstand scheint Karl-Heinz Steffens dann auch besonders am Herzen zu liegen. Sehr detailgenau lässt er das perfekt ausbalancierte WDR Sinfonieorchester Köln musizieren und führt es zu faszinierenden Klangentfaltungen, die vor allem den langsamen Sätzen beider Sinfonien eine besondere Sinnlichkeit verleihen.

Christof Jetzschke [14.03.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Robert Fuchs
1Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 37 00:32:07
5Sinfonie Nr. 2 Es-Dur op. 45 00:37:40

Interpreten der Einspielung

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