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CD-Besprechung

cpo 777 233-2

1 CD • 65min • 2009

11.01.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Ottorino Respighi empfand – neben der Freude an mächtigen Tongemälden – eine besondere Liebe zur Musik der Renaissance und des Barock. Natürlich nicht als eins-zu-eins-Huldigung, sondern in kräftig lodernder Bearbeitung. So verwandelte er in den Antiche Danze ed Arie Lautenstücke des 16. und 17. Jahrhunderts in üppige Orchesterpiècen. Im Zeitalter des „authentischen“ Musizierens mag man über solch verwegene Arrangements lächeln; sollte aber nicht vergessen, dass auch andere und vielleicht sogar namhaftere Komponisten wie Webern, Strawinsky oder Orff sich gelegentlich in ähnlichen Gefilden tummelten. Das alles mag nicht stilkonform sein, aber es war eine gewisse Pionierleistung in der Wiedererschliessung älterer und weitgehend vergessener Musik.

Und es ist, wie mans auch dreht, Musik, die Spass macht. Selbst in einer Aufführung, die nicht alle Kriterien erfüllt, die wünschenswert wären. Das Münchner Rundfunkorchester, hier unter der Leitung seines gelegentlich auch dirigierenden Konzertmeisters Henry Raudales, bietet eine geradlinige Darstellung, der eine für Respighi zweifellos wichtige Qualität eher abgeht: Raffinement. Statt dessen gibt man sich forsch und handfest, was in den besseren Momenten zu musikantischem Drive führt, auf der anden Seite (in der letzten der drei Suiten, die einzig für Streicher gesetzt ist) jedoch an Geschmeidigkeit einbüsst.

Das tönende Bild hellt sich in der andern Kostprobe dieser „antiken“ Respighi-Transkriptionen auf, in Gli Uccelli. Vielleicht, weil die Klangsphäre hier lichter daherkommt und sich eine Spur poetischer gibt; jedenfalls darf das Münchner Ensemble lyrische Aspekte entfalten. In dieser fünfteiligen Suite beschwört der Komponist, angelehnt an historische Vorlagen (von Pasquini, Gallot plus die berühmte Henne von Rameau), diverse Vögel. Das schönste Stück, und hier durchaus angemessen gespielt, ist der Nachtigall – frei nach einem anonymen englischen Komponisten des 17. Jahrhunderts – gewidmet.

Mario Gerteis † [11.01.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ottorino Respighi
1Antiche Danze ed Arie per Liuto (Suite Nr. 1) 00:14:48
5Antiche Danze ed Arie per Liuto (Suite Nr. 2) 00:15:46
9Antiche Danze ed Arie per Liuto (Suite Nr. 3) 00:15:48
13Gli Uccelli P 154 (Suite für Orchester) 00:18:22

Interpreten der Einspielung

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