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CD-Besprechung

Isaac Albéniz: Suite Espagnole T 61

M music publishing 1 CD 4260184550135

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 10.12.15

Klassik Heute
Empfehlung

M music publishing 4260184550135

1 CD • 7min • 2015

Hans-Henning Ginzel ist ein umtriebiger, 27 Jahre junger Cellist, Arrangeur und Komponist. Vor allem einer, der sich um die Vermittlung von Musik für ein junges, aufgeschlossenes Publikum Gedanken macht! Und auch bei Isaac Albeniz` spanischem Bravourstück Asturias bleibt Ginzel seinem Prinzip treu: Die Botschaft der Komposition soll weiter leben, darf nicht „verbogen“ werden.

Den Münchner, der zurzeit ausgiebig mit Neubearbeitungen experimentiert, fasziniert vor allem die Idee von variablen Ensembles. Jetzt hat er einem gleichberechtigt agierenden Cello-Ensemble dieses Stück sozusagen auf den Leib geschrieben. Inspirationsquelle für diese Adaption war das eigene Studium in Spanien. Dort waren ständig Gitarristen zu hören, die dem berühmtesten Hit aus dem Iberia-Zyklus zu viel Präsenz im öffentlichen Raum verhalfen. Irgendwo lag diese Musik ständig in der Luft. Deswegen konnte Hans-Henning Ginzel auch gar nicht anders, als hier aktiv zu werden.

Vier Spieler greifen den ganzen Effektreichtum auf und entfalten eine immense Skala an Möglichkeiten, wie sie vier Celli mit ihrem großen Tonumfang naturgemäß bieten. Ginzel hat das Werk sozusagen „umkodiert“, aber seinen Charakter belassen: Der Toccata-Gestus des „Originals“ wird sogar noch durch eine gewisse Formstrenge in der Organisation der Mittel verstärkt. Extrem intensiviert wurde die Kontrastwirkung zwischen der unablässig repetierten Moll-Tonfolge und einem erzählerisch angelegten Mittelteil. In diesem können vier Celli definitiv mehr als eine Gitarre: Hier tragen die Bögen mit breitem Strich leuchtende Klangfarben auf.

An die Stelle der strahlenden Brillanz einer Flamenco-Gitarre tritt die gedämpftere, aber auch sonorere Klanglichkeit von Cello-Pizzicati. Und wo eine Gitarre mehr Nachhall auslöst, sorgt jetzt die Aufteilung auf gleich vier, sich in ihren Rollen abwechselnden Cellostimmen für den entsprechenden dynamischen Schwung und manchmal eine fast schon orchestrale Raumwirkung. Auch die perkussiven Mittel hat Hans-Henning Ginzel klar definiert: Mit Daumen und Zeigefinger abwechselnd auf den Korpus kopfen – und beide Hände benutzen! Manchmal ist ein schneidendes, scharfes Geräusch als Spitzlicht auf einem Synkopenschlag zu erzeugen: Jetzt bitte mit den Fingern der linken Hand auf der Decke Richtung Zarge wischen...

Nicht nur die Musik, ebenso ihre „Verpackung“ markiert ein Alleinstellungsmerkmal: Hans-Hanning Ginzel hat bei dieser Produktion nicht nur an das passiv zuhörende Publikum gedacht, sondern animiert auch zum Selber-Spielen dieser Musik: Asturias gibt es hier nämlich als Gesamtpaket: Zusätzlich zur CD werden Noten für alle vier Stimmen mitgeliefert. Jetzt braucht es nur noch ein Cello nebst der Fähigkeit, diese Musik auch zu spielen. Der technische Schwierigkeitsgrad ist übrigens relativ moderat. Die Pizzicati brauchen eine gewisse Fingergelenkigkeit – und einige Passagen liegen sehr hoch (da muss ein etwas ungeübterer Cellist erstmal wieder in den Violinschlüssel „umrechnen“). Und diese Partitur ist variabel: Sollten sich nicht gerade vier Cellisten zusammenfinden, dürfte das Musizieren zu zweit auch schon genug Spaßfaktor haben. Hans Henning Ginzel hat nämlich die Abfolge von Toccata-Figuren, „Begleitstimmen“, rhythmsischen Knalleffekten und kantable Melodien im Mittelteil möglichst gleichberechtigt auf alle vier Stimmen verteilt.

Stefan Pieper [10.12.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 I. Albéniz Asturias Leyenda (Suite Espagnole; Bearb. für vier Violoncelli: Hans-Henning Ginzel) 00:07:00

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Hans-Henning Ginzel Violoncello
 
4260184550135;4260184550135

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