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CD-Besprechung

Sol nascente

Italienische Koloratur-Arien

Sol nascente

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 17.11.15

Ars Produktion ARS 38 187

1 CD/SACD stereo/surround • 61min • 2014

Die aufgehende Sonne, die der junge Mozart in der Konzertarie der Berenice beschwört und die dem vorliegenden Album den Titel gibt („Sol nascente“), spielt auch auf das Zeitalter der Aufklärung an, das zugleich das Zeitalter der Empfindsamkeit war. Die acht Arien der Kollektion, von denen vier erstmals eingespielt wurden, entstammen – neben drei Titeln des 14jährigen Mozart – Opern von vier Komponisten der Gluck-Generation und entstanden zwischen 1760 und 1770, als diese Epoche in ihrer Blüte stand. Nicht die heroische Attitüde steht hier im Vordergrund – wie in den Opern des Barock –, sondern die menschliche, verletzliche Seite der vorgestellten Frauenfiguren (und das gilt mutatis mutantis auch für die einzige Männer-Rolle: Arbace). Die Koloraturen dienen hier nicht der Demonstration schierer Virtuosität, sondern erwachsen aus einer lyrischen Grundhaltung.

Die Konzertsängerin und Gesangspädagogin Charlotte Schäfer, die erst vor vier Jahren in Essen ihr Diplom errungen hat, zeigt in ihrem sorgfältig vorbereiteten und von der Dramaturgin Christine Lauter sehr professionell edierten Debut-Album eine leichte lyrische Stimme an der Grenze zum Soubrettenhaften – auf der Bühne würde man sie als Serpina oder Despina besetzen – , aber in den meisten Fällen trifft sie den Charakter der Rollen durchaus, die bei ihr einen mädchenhaften, manchmal fast kindlichen Tonfall annehmen. Ihre Triller sind nachtigallengleich, ihre Koloraturen blitzsauber, die Stimme der Sängerin strahlt einen gewissen Liebreiz aus, gerät – etwa bei Traettas Armida – aber auch an Grenzen und wird dann in der Höhe scharf.

Für diese „Visitenkarte“, als die das mit mehreren Privatfotos der Künstlerin ausgestattete Album wohl auch gedacht ist, steht ihr in der Neuen Düsseldorfer Hofmusik (Leitung: Michael Preiser) ein erstklassiges, stilkundiges Ensemble zur Seite.

Ekkehard Pluta [17.11.2015]

Bechsteinkonzert

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 N. Jommelli Tu di saper procura (aus: L' olimpiade) 00:08:10
2 O temerario Arbace ... Per quel paterno ampelsso KV 79 00:06:32
3 W.A. Mozart A Berenice - Sol nascente, Rezitativ und Arie KV 70 für Sopran und Orchester 00:11:43
5 T. Traetta Io non cerco (aus: Armida) 00:09:15
6 Parto, ma lascio, o Dio (aus: Armida) 00:10:01
7 G. Sarti Non ha ragione, ingrato (aus: Didone abbandonata) 00:04:49
8 W.A. Mozart Al destin che la minaccia (aus: Mitridate, rè di Ponto) 00:06:55
9 N.V. Piccinni Furia di donna irata (aus: La Cecchina) 00:03:02

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Charlotte Schäfer Sopran
Neue Düsseldorfer Hofmusik Orchester
Michael Preiser Dirigent
 
ARS 38 187;4260052381878

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