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CD-Besprechung

Max Bruch

Complete Works for Violin & Orchestra Vol. 2

cpo 777 846-2

1 CD • 78min • 2014

20.07.2015

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Max Bruch, der große Melodiker und Klangbildner, verlangt nach Interpreten mit einem zutiefst beseelten und jederzeit hoch gespannten Atem, nach Interpreten mit der Fähigkeit zu einer äußerst subtilen, sich eng am Notentext orientierenden Tongebung, um der Farbigkeit seiner Tonsprache wirklich gerecht werden zu können. Die Geigerin Antje Weithaas und die NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Hermann Bäumer lassen auf Folge 2 der Einspielung sämtlicher Werke Max Bruchs für Violine und Orchester diesbezüglich keine Wünsche offen. Eine makellose Klangkultur und ein unfehlbares Stilgefühl paaren sich mit einer durchdachten und sensiblen Rhetorik frei von schaustellerischen Extravaganzen, die es ihnen ermöglicht, selbst die Musik eines arg strapazierten und mitunter auch sehr malträtierten Schlachtrosses der Violinkonzert-Literatur organisch, völlig natürlich und in nie erlahmender Intensität zum Sprechen zu bringen. Tatsächlich laden sie Bruchs erstes Violinkonzert g-Moll op. 26 mit neuer, unverbrauchter Energie auf, schon indem sie sämtliche dynamischen Bereiche bis in die hintersten Winkel sorgsam und spannend ausloten.

So vorzüglich und eng miteinander verwoben Antje Weithaas und die NDR Radiophilharmonie auch agieren – Hermann Bäumer arbeitet jede Orchesterstimme artikulatorisch gekonnt heraus –, so ist es doch in erster Linie die Solistin, die dieser Aufnahme den Stempel aufdrückt. Im Adagio des g-Moll-Konzerts beispielsweise stimmt Antje Weithaas mit wohl dosiertem Vibrato einen entwaffnenden, überaus sinnlichen Gesang an, aber einen Gesang ohne Süßlichkeit oder Schluchzen, ohne Schwulst, aber auch ohne falsche Zurückhaltung. Tieflotend, unter permanenter Hochspannung und doch beherrscht, so begegnet die Solistin auch dem weit geschwungenen Klagegesang des Adagio op. 65 In Memoriam. Ebenso der viersätzigen Serenade a-Moll op. 75; wie verführerisch, aber völlig uneitel sie deren Andante con moto aussingt, wie farben- und kontrastreich sie die Intimität des Notturno abbildet, das ist wahrhaft große Kunst. Ihr Bruch-Spiel ist von einnehmender Noblesse, mehr noch, von großer Reinheit, Klarheit und Intensität, ja von einer geradezu befreienden Souveränität. Und genau das ist es, was eine große Interpretation ausmacht.

Christof Jetzschke [20.07.2015]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Max Bruch
1Konzert Nr. 1 g-Moll op. 26 für Violine und Orchester 00:24:33
4Serenade op. 75 00:38:19
8Adagio op. 65 (In Memoriam) 00:14:43

Interpreten der Einspielung

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