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CD-Besprechung

cpo 777 936-2

1 CD • 66min • 2012

19.11.2014

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Eine „moderne Erstaufführung“ verspricht das Booklet der vorliegenden Aufnahme, und die Rezensentin gesteht: sie ist dieser Bezeichnung noch nicht begegnet. Um das Instrumentarium und die profunden Kenntnisse der Aufführungspraxis des 17. Jahrhunderts kann es nicht gehen, da kennt man ja Hermann Max und seine Interpreten als Experten dieser Musikepoche. Sollte es also womöglich darum gehen, dass hier in den Sopranpartien statt Knaben oder Kastraten Frauen singen? Oder soll es wohl allgemein für eine weitere Wiederentdeckung aus der Barockzeit stehen?

Letztere ist allerdings seit Jahrzehnten gang und gäbe, und hinsichtlich der Fülle der „Ausgrabungen“ kann man darüber immer wieder trefflich diskutieren, ob diese sich tatsächlich lohnen. Bei der Marienvesper von Alessandro Melani (1639-1703) kann diese Frage zweifellos bejaht werden, bietet doch das Werk eine Fülle von reizvoll kontrastierenden, mal virtuos-solistischen, mal raffiiniert austarierten, oft mehrchörigen Chorsätzen. Gewiß erreicht Melanis Komposition – eine fiktive, weil rekonstruierte Zusammenstellung aus den fünf Psalmen, Magnificat und Litanei mit dazwischengelegten Motetten für ein Marienfest – nicht die aufregende Spannung etwa der Marienvesper eines Monteverdi; es ist aber das gekonnte Werk eines versierten Meisters, der in Rom des ausgehenden 17. Jahrhunderts wohl nicht zufällig als geschätzter Musiker galt.

Hermann Max, die Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert liefern auch diesmal eine fein differenzierte, in der motivischen Gestaltung sehr akzentfreudige Wiedergabe und vermögen die unterschiedlichen akustischen Kontraste in den mehrchörigen Psalmen bestens zur Geltung kommen zu lassen. Wesentlich weniger können die Solosätze befriedigen. Bei einigen Stellen stoßen die Solisten deutlich an die Grenze ihrer stimmtechnischen Fähigkeiten (zum Beispiel in den virtuosen Abschnitten des Psalmes „Laudate pueri“, tr. 4), und generell wirkt die Textartikulation der Soloteile insbesondere in den hohen Stimmen sehr verwaschen, ja geradezu „nobel dahingeflötet“. Einzelne Namen sollten hier nicht erwähnt werden, weil das Programmheft leider keine detaillierte Auflistung liefert, wer wann welche Partie singt.

Dr. Éva Pintér [19.11.2014]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Alessandro Melani
1Marienvesper

Interpreten der Einspielung

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