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CD-Besprechung

BIS 2129

1 CD • 59min • 2013

19.09.2014

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Der schottische Komponist James MacMillan (Jg. 1959) hat in Großbritannien vor allem seiner Kirchenmusik wegen einen guten Namen. Er ist Laienpriester des Dominikanerordens und hat für Papst Benedikt eine Messe geschrieben. Seine Kurzoper Clemency, im Auftrag der Londoner Covent Garden Opera entstanden und auf deren Studiobühne vor drei Jahren erfolgreich uraufgeführt, geht auf eine Episode aus dem Alten Testament (Genesis 18) zurück. Drei Männer, offenbar Abgesandte Gottes, schauen bei Abraham vorbei, werden aufs Gastfreundlichste empfangen und verkünden, dass seine – nach dem Alten Testament bereits 90jährige – Frau Sara in Jahresfrist einen Sohn zur Welt bringen wird. Dann ziehen sie weiter, weil sie mit der Zerstörung der Sündenstädte Sodom und Gomorrha beauftragt sind.

Diese Namen werden im Libretto von Michael Symmons Roberts, der schon häufig mit MacMillan zusammen gearbeitet hat, allerdings nicht genannt. Hier ist nur von den „Twin Towns“ die Rede, was – offenbar gewollte – Assoziationen herstellt zu den New Yorker „Twin Towers“, wie auch die drei Gottgesandten recht undurchsichtige Gestalten sind und an islamistische Selbstmord-Attentäter denken lassen. Einigermaßen nachvollziehbar ist diese Analogie freilich nur, wenn man die im Alten Testament durch Abrahams Söhne Isaak und Ismael angelegte Spaltung in jüdisch-vorchristliche und islamische Religion mitdenkt. Die Produktion der Boston Lyric Opera, die dieser Aufnahme zugrunde liegt, bringt wohl auch deshalb Hagar ins Spiel, die Sklavin Abrahams, die diesem lange vor Sara den Stammhalter Ismael gebiert, dann aber – auch im wörtlichen Sinne – in die Wüste geschickt wird.

Das Bostoner „creative team“ stellte der nur 45minütigen Kammeroper Hagars Klage voran, das erste vollständig erhaltene Klavierlied des 14jährigen Schubert, das hier freilich durch eine Orchestrierung etwas verwässert wird. MacMillans nur selten die Tonalität verlassende Tonsprache vermischt gekonnt Elemente christlicher Kirchenmusik mit fernöstlichen Melismen zu einem durchaus Spannung schaffenden „Soundtrack“, der vom Orchester unter David Angus angemessen umgesetzt wird. Die Sänger der Oper sind ausdrucksstark, Schuberts Lied allerdings liegt bei der jungen Michelle Trainor, die ihrer Vita nach bereits Turandot gesungen hat, nicht in der richtigen Kehle. Da zeugen insbesondere die scharfen Höhen von frühem Verschleiß.

Ekkehard Pluta [19.09.2014]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
James MacMillan
1Clemency (Kammeroper für fünf Sänger und Streicher)

Interpreten der Einspielung

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