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CD-Besprechung

Theodor von Schacht Symphonies Vol. 1

cpo 777 737-2

1 CD • 80min • 2012

09.04.2014

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Kein Musikfreund braucht zu erröten, wenn er von Theodor von Schacht noch nie etwas gehört hat. Der aus Strasbourg gebürtige Komponist, der von 1748 bis 1823 lebte, kann eigentlich nicht einmal als Geheimtip bezeichnet werden; er ist im Vergleich etwa zu Meistern wie Leopold Antonin Kozeluch, Antonio Rosetti oder auch dem Bach-Sohn Johann Michael, die ungefähr so alt waren wie Schacht, weit weniger präsent. So finden sich etwa in dem reich bestückten Internet-Archiv www.imslp.org noch keine Partituren von Schacht. Ganz vergessen war er freilich nie; so haben etwa Dieter Klöcker und die Bamberger Symphoniker unter Hans Stadlmair schon vor über 20 Jahren Klarinettenkonzerte aus Schachts Feder eingespielt. Schacht verbrachte einen großen Teil seiner bemerkenswerten Karriere in Regensburg, wo er für einige Jahre einen italienischen Opernbetrieb aufbaute und leitete, und konnte am Ende eines erfolgreichen Lebens auf 200 Werke zurückblicken.

Eine seiner Sinfonien wurde immerhin eine Zeit lang Joseph Haydn zugeschrieben: ein Indiz dafür, dass Schachts Musik einiges an Qualität aufweisen muß. Tatsächlich wird der Hörer der hier vorgelegten drei Sinfonien wohl zu dem Urteil kommen, dass die fast vollständige Vernachlässigung Schachts durch den Musikbetrieb nicht gerecht ist. In den drei Werken, die etwa zwischen 1770 und 1790 entstanden sind, drückt sich ein durchaus erfindungsreicher Geist aus. Die Themen sind frisch, zwar an Haydn orientiert, doch jeweils individuell gestaltet. Besonders fällt Schachts harmonische Phantasie auf, die bisweilen zu etwas gewagten Wendungen führt. Was ihn von Haydns sinfonischer Kunst unterscheidet, ist, dass einzelne Sätze, etwa das Vivace-Finale der C-Dur-Sinfonie, einen Tick zu lang wirken; hier hätte er von Haydn noch das Timing lernen können. Besonders hübsch sind hingegen die Echoeffekte in der konziser gestalteten Es-Dur Sinfonie „con Eco“.

Der Repertoirewert dieser Einspielung ist offenkundig hoch; da kann man leichter darüber hinwegsehen, dass das 2001 gegründete Taiwanesische Evergreen Symphony Orchestra derzeit noch dabei ist, zu einem organischen Klangkörper zusammenzuwachsen. Die Spielfreude der jungen Musiker ist zwar sympathisch, doch dem Orchesterleiter Gernot Schmalfuss, einem gelernten Oboisten und Mitglied des von Dieter Klöcker gegründeten Consortium Classicum, ist es nicht gelungen, die Defizite: intonatorische Unsauberkeiten, eine oftmals unbeholfene Koordination der Streicher, unkontrolliert herausplatzende Tutti, zu beheben. Vielleicht sind diese Kinderkrankheiten schon auf der nächsten Folge der Edition Schacht'scher Sinfonien überwunden.

Dr. Michael B. Weiß [09.04.2014]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Theodor Frhr. v. Schacht
1Sinfonia in C 00:29:58
5Sinfonia in Es 00:28:38
9Sinfonia con Eco in Es 00:20:17

Interpreten der Einspielung

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