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CD-Besprechung

Géza Anda

spielt Beethoven

Géza Anda

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 25.09.13

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SWRmusic 94.223

1 CD • 73min • 1960, 1956

Die Wundertätigkeit der Reliquie hängt in nicht unerheblichem Maße von der Andacht und Zuversicht ab, die der Gläubige in sie investiert. Und manches Mal wird auch die glühendste Inbrunst auf eine harte Probe gestellt - wie etwa hier, wo Géza Anda mit der von ihm selbst geleiteten Camerata Academica Salzburg beziehungsweise dem Sinfonieorchester des Südwestfunks unter Hans Rosbaud einen Umgang mit Beethoven pflegen, den nur devoteste Betrachter als interessant werden bezeichnen wollen. Nicht einmal der Verfasser des kenntnis- und aufschlußreichen Begleittextes vermag die Indifferenz, mit denen seinerzeit sowohl das Opus 15 (Stuttgart 1960) als auch das Opus 73 (Baden-Baden 1956) exekutiert wurden, unter den Schreibtisch zu kehren: Letzteres, so heißt es, „mag beim oberflächlichen ersten Hören etwas enttäuschen. Man findet nichts von der heute üblich gewordenen Detailarbeit, der manchmal geradezu manieriert oder didaktischen [sic!] anmutenden Hervorhebung einzelner Stimmen und thematischer Zusammenhänge". Und weiter: „Mit ihren maßvollen Tempi vermeiden Anda und Rosbaud jegliche Extreme" - ein entzückender Euphemismus für die letztlich nichtssagende Darstellung, in der ein paar schöne Einzelheiten fortwährend gegen unliebsame äußere Faktoren anrennen, von denen besonders das vernehmliche Poltern des Resonanzbodens als begleitender Faktor der Fortissimi unliebenswürdig auffällt.

Die Produktion des ersten Klavierkonzerts unterscheidet sich in ihrer generellen Beiläufigkeit und ihren akustischen Defiziten nicht nennenswert von der vier Jahre älteren Aufnahme. Und dabei ließe sich gerade dieses Werk mit einer klassischen Schlichtheit wiedergeben, die uns gerade heute, wo die Sucht nach interpretatorischer Originalität noch immer die seltsamsten Stilblüten treibt, desto begehrlicher erscheint: Eine entspannte, einfach richtige und unaufgeputschte Realisation des Notentextes ist allerdings etwas völlig anderes als der „Verzicht auf eine heute oft als selbstverständlich geltende pianistische Selbstdarstellung", den wir hier erleben, ohne dass wir „im Gegenzug eine an Farben und Stimmungen reiche, zugleich aber immer das Ganze im Auge und Ohr [sic!] behaltende Interpretation" erhielten, wie uns in den letzten Zeilen des Kommentars verheißen wird. Vielleicht liegt's aber auch an mir, und ich muß nur feste glauben!?

Rasmus van Rijn [25.09.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15 00:33:48
2 Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 00:39:17

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Géza Anda Klavier
Camerata Academica Salzburg Orchester
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg Orchester
Hans Rosbaud Dirigent
 
94.223;4010276026075

Bezug über Direktlink

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