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CD-Besprechung

"Paganini ..."

Antes BM319287

1 CD • 51min • 2013

15.07.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Den Nicht-Geiger, der ich nun mal bin, interessieren an Niccolò Paganini seit jeher nicht die vordergründig technischen Errungenschaften, sondern in erster Linie die dramaturgischen Aspekte einer Kunst, die zwar darauf berechnet war, ganze Scharen mit gleißenden Eskapaden und Taschenspielertricks zu beeindrucken, am Ende aber eben doch immer als Monodram mehr mitzuteilen hatte als bloß zirzensische Kabinettstückchen. Demzufolge höre ich die konzertanten Werke vor allem unter dem Aspekt der Inszenierung und kann, wofern diese in ihren einzelnen Aufzügen und als Gesamtes überzeugt, kleinere solistische Mißhelligkeiten gern außer Acht lassen – insbesondere, wenn ich es, wie hier, mit einem Live-Mitschnitt zu tun habe, dessen räumliche Absonderlichkeiten man einer Studioproduktion arg ankreiden würde: Die Geige wirkt im Verhältnis zum Orchester mitunter auffallend „hintergründig", der Saal ist größer als der Mikrophonist zu kaschieren in der Lage war, und doch ist der musikalische Eindruck ein durchaus vorteilhafter.

Die elastisch federnde, weit ausladende Orchesterexposition verheißt in ihrer Tempowahl und ihren ganz dezentem „Swing" eine Fülle fesselnder Ereignisse, und Maria Solozobova springt mit vernehmlichem Vergnügen am fortwährenden Seiltanz hinzu, um das riskante Unterfangen mit Bravour, hohem Nuancenreichtum und vielem Geschmack zu bestehen. Der erheblichen Zustimmung des Kapstadter Publikums mag man sich da gern anschließen und wünschte sich, es wäre diesem erfrischend dargereichten Opus 6 ein weiteres konzertantes Werk – die prächtige Sonata Varsavia etwa – beigefügt worden. Die zugegebenen Capricen Nr. 1 und 2 sowie die knapp zwölfminütigen Variationen über Giovanni Paisiellos Nel cor piu non mi sento fallen indessen sowohl akustisch wie künstlerisch deutlich gegen das schwungvolle Hauptstück der Veröffentlichung ab: Gerade das letztgenannte, höchst verzwickte und in einer verqueren Rhetorik komponierte Solo gerät selbst für den Nicht-Geiger in jene Regionen, wo die technischen Erwägungen eine unverhältnismäßig große Bedeutung gewinnen. Die Note für die Interpretation der vorliegenden Werke möchte ich denn auch nur auf den ersten Teil des Programms bezogen wissen.

Rasmus van Rijn [15.07.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Niccolò Paganini
1Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 6 00:33:39
4Caprice E-Dur op. 1 Nr. 1 00:02:04
5Caprice H-Dur op. 1 Nr. 2 00:03:08
6Introduktion und Thema mit Variationen über Nel cor più non mi sento op. 38 für Violine solo 00:11:50

Interpreten der Einspielung

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