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CD-Besprechung

Bassoon Concertos

Bassoon Concertos

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 18.09.13

Ars Produktion 38 124

1 CD/SACD stereo/surround • 72min • 2012

„Die großen Kernstücke der Fagottliteratur zwischen 1770 und 1830 sind hier allesamt in einer Aufnahme vereint " so Johannes Klumpp in seinem Booklettext zu der Ars-Produktion mit Fagottkonzerten Mozarts, Hummels und von Webers. Das wohl bekannteste Werk dieser Aufnahme, Mozarts Konzert B-Dur KV 191, dazu das Konzert F-Dur von Johann Nepomuk Hummel, schließlich Carl Maria von Webers F-Dur-Konzert op. 75 sowie sein ursprünglich für Viola und Orchester geschriebenes, später von ihm für Fagott und Orchester umgearbeitetes Andante und Rondo Ungarese op. 35 – alle nehmen mit geistvoll unterhaltender Eleganz und mit einer leicht fasslichen Ton- und Formensprache sofort für sich ein. Zu Kernstücken oder beispielhaften Spitzenwerken ihrer Gattung macht sie allerdings die Ausgestaltung des Soloparts. In Sachen Beweglichkeit, Tonumfang und Klangformung werden die Möglichkeiten des Fagotts fast vollständig ausgereizt. Keine leichte Aufgabe für den Solisten, möchte man meinen. Aber Matthias Rácz begegnet seinem höchst anspruchsvollen Part mit einer geradezu verspielten oder einfach bezwingend zu nennenden Leichtigkeit, die erst gar nicht den Eindruck aufkommen lässt, als stehe der Solist enormen technischen Anforderungen gegenüber: etwa in den Ecksätzen des Weber-Konzerts mit ihrem virtuosen Laufwerk und ihren weiten Sprüngen; oder in dem mit zahlreichen Registerwechseln durchsetzten Figurationsreichtum innerhalb des Kopfsatzes von Mozarts B-Dur-Konzert; nicht zu vergessen das Miteinander von klanglichem Charme und virtuosem Feuerwerk, das besonders den zweiten Teil von Webers Andante und Rondo Ungarese mit seinem delikaten Wechsel von Couplets und Refrains durchzieht. Dass Matthias Rácz dazu noch herrlich kantable Linien zaubert – nicht nur in den lyrischen und jeweils eine besondere Ruhe ausstrahlenden Mittelsätzen der Konzerte, sondern erstaunlicherweise auch in den virtuosen Passagen, beispielsweise im sehr musikantisch daherkommenden Rondo-Finale des Hummel-Konzerts –, das unterstreicht seine Klasse. Seine Tonformung ist sehr variabel, sensibel seine Phrasengestaltung. Kurzum, sein Spiel ist außerordentlich beseelt, dabei vollkommen unbeschwert und immer ein wenig verschmitzt.

Beredt agiert auch die mit Matthias Rácz gemeinsam atmende Nordwestdeutsche Philharmonie unter der Leitung von Johannes Klumpp. Doch hat sie kaum die Möglichkeit, sich hervorzutun, da dem Orchester in allen Konzerten eine lediglich begleitende, manchmal nur sekundierende Rolle zugedacht ist (mit Ausnahme des Hummel-Konzerts, in dem Solo- und Orchesterpart enger miteinander verzahnt zu sein scheinen, als in den anderen Werken). Erschwerend kommt hinzu, dass die Nordwestdeutsche Philharmonie im Zusammenspiel mit Matthias Rácz klanglich leider zu sehr im Hintergrund angesiedelt ist, als dass man so ohne weiteres ihrer überzeugenden dynamischen und klanglichen Arbeit gewahr werden würde; allein in manchen Tutti-Passagen, Vor- und Nachspielen weiß sie auf sich aufmerksam zu machen. Und als wäre das noch nicht genug, kommt das Orchester auch noch recht dumpf und hohl aus den Boxen (nicht nur auf meiner, sondern auch auf Vergleichs-Anlagen). Schade, eine bessere Bewertung wäre wirklich drin gewesen.

Christof Jetzschke [18.09.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C.M. v. Weber Fagottkonzert F-Dur op. 75 J 127 00:17:41
4 W.A. Mozart Fagottkonzert B-Dur KV 186e KV 191 00:17:46
7 J.N. Hummel Fagottkonzert F-Dur 00:25:02
10 C.M. v. Weber Andante e Rondo ungarese c-Moll op. 35 J 158 für Fagott und Orchester 00:10:26

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Matthias Rácz Fagott
Nordwestdeutsche Philharmonie Orchester
Johannes Klumpp Dirigent
 
38 124;4260052381243

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