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CD/SACD stereo-Besprechung

Challenge Classics CC72565

2 CD/SACD stereo • 1h 43min • 2011

29.04.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Anders als in den meisten Elektra-Aufführungen, die ich in den letzten 20 Jahren gesehen habe, kommt in dieser Amsterdamer Produktion der Text Hugo von Hofmannsthals über weite Strecken zu seinem Recht und der Hörer ist nicht auf deutsche Übertitel, bzw. die begleitende Lektüre des Librettos angewiesen. Das ist schon einmal ein großes Verdienst des Dirigenten Marc Albrecht, der das Orchester zwar gelegentlich zu Klangentladungen von archaischer Wucht führt, sich aber andererseits auf kammermusikalisch feine Begleitung versteht. Die Sänger werden nie zum Brüllen gezwungen und das Drama entwickelt sich hier mit einer Innenspannung wie sie auf Tonkonserven, jedenfalls der jüngeren Zeit, außerordentlich selten ist. Sicher profitiert der Mitschnitt auch von den Qualitäten der Inszenierung Willy Deckers, der die Dialoge plastisch herausarbeitet, aber entscheidend ist in der CD-Version der große Spannungsbogen, den der Dirigent aufzubauen versteht.

Auf der Szene dominieren Elektra und Klytämnestra, die sich dezidiert auf den Text einlassen. Evelyn Herlitzius ist heute eine der stärksten Interpretinnen der Titelpartie, die sie mit ihrem unbändigen Bühnentemperament ausfüllt. Ohne einige grelle Töne in den Höhen geht es freilich auch bei ihr nicht ab, aber damit versöhnen viele warm gestaltete und vokal wohlgeformte Phrasen. Frau Herlitzius legt Elektra nicht als Rachefurie an, sondern zeigt vor allem ihre verletzlichen Seiten. Da gibt es schon im Monolog, aber auch in der großen Szene mit Orest anrührende Momente. Michaela Schuster ist als Klytämnestra nicht die dämonisch verzerrte Karikatur einer machtgierigen und lüsternen Alten, als die sie oft auf die Bühne gestellt wird, sondern eine noch relativ junge Frau, deren psychische und physische Qualen sie glaubhaft vermittelt. Dagegen bleibt Camilla Nylund als Chrysothemis vergleichsweise blaß, sie wirkt wie die verängstigte kleine Schwester Elektras und zeigt nichts von der Stärke, die diese ihr nachsagt. In den dramatischen Passagen wirkt die Stimme überfordert. Zuverlässig agieren Gerd Grochowski als Orest und Hubert Delamboye als Aegisth, ohne ihre Rollen besonders individuell zu profilieren.

Ekkehard Pluta [29.04.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Strauss
1Elektra (Tragödie in einem Aufzug)

Interpreten der Einspielung

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