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CD-Besprechung

Tea for Two A Selection of European Delicacies

Berlin Classics 0300426BC

1 CD • 59min • 2010

31.05.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Es ist selbstverständlich völlig legitim, neue Präsentationswege auszuprobieren, um das Interesse für klassische Musik zu wecken. „Die vorliegende Aufnahme erzählt mit verschiedenen kurzen, aber delikaten Kompositionen eine Liebesgeschichte mit Happy End“; so informiert der Klappentext dieses Albums „Tea for Two“. Man braucht keine Rahmenhandlung, um eine Anthologie mit einer eher heterogenen Werkauswahl zu rechtfertigen; wenn diese jedoch angeboten wird, möchte man sie aber auch nachvollziehen können. Die Geschichte beginnt mit Iberts frechem Divertissement, geht über Heberles spätklassisches Blockflötenkonzert hin zu Heidrichs Variationen über Happy Birthday (die leider nur in Auszügen geboten werden) – es beginnt also diese imaginäre Liebesgeschichte im Kabarett (Ibert), worauf das junge Paar ein wenig romantisches Blockflötenkonzert gemeinsam genießt und am Schluß einen Geburtstag feiert. Zwischendurch wird noch mit Saint-Saëns´Weddingcake op. 76 geheiratet, ein Foxtrott getanzt und ein England-Urlaub absolviert.

Auch ohne Einbezug der nicht ganz stimmigen narrativen Dramaturgie dieser CD wird deutlich, dass die Stücke nicht so recht zusammenpassen. Nichts gegen Vielfalt, doch hier wird die Möglichkeit verschenkt, dass die jeweiligen Werke sich gegenseitig beleuchten und kommentieren; Vaughan Williams´ernste Greensleeves-Fantasie oder Elgars intimes Salut d’amour haben mit Schostakowitschs orchestratorischem Streich des Tahiti-Trott oder Heidrichs mäßig geglückter Parade von Stilkopien über Happy Birthday gar nichts gemein; auch Iberts komplexes Divertissement ist mehr als eine Musik zum Tee.

Die Qualität der Kompilation hat aber auch Auswirkungen auf die Interpretationen, da deutlich wird, dass Howard Griffiths keine klare Klangvorstellung für die einzelnen auseinanderdriftenden Stile und den unterschiedlichen emotionalen Gehalt der Stück hat. Die leichten Werke von Schostakowitsch und Saint-Saëns werden nicht zum Schweben gebracht, da die Streicher des Orchestra della Svizzera italiana in einem meist schwerfälligen Legato spielen; somit kann diese Version des Divertissement von Ibert mit der blitzsauberen, auch brillanter abgebildeten Aufnahme des Cincinnati Pops Orchestras unter Erich Kunzel (Telarc 80294) nicht mithalten. Die tiefgründigen Stücke werden generell ansprechender präsentiert, auch wenn etwa in Delius‘ hinreißender Studie On hearing the first Cuckoo in spring oder in der Greensleeves-Fantatsie beim genauen Hinhören immer wieder Imperfektionen in den einzelnen Streicherchören auffallen, welche vom Dirigenten nicht wirklich straff geführt werden. Somit ist der Glanzpunkt dieser Produktion der Solist des stilistisch am stärksten herausfallenden Heberle-Konzertes, der ansteckend lebendig spielende Maurice Steger.

Dr. Michael B. Weiß [31.05.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Jacques Ibert
1Divertissement für Kammerorchester 00:16:20
Frédéric Delius
7On hearing the first Cuckoo in Spring 00:05:31
Edward Elgar
8Salut d'amour op. 12 for Violin and Piano 00:04:04
Anton Heberle
9Konzert G-Dur für Blockflöte, Streichorchester und 2 Hörner ad lib. 00:14:13
Camille Saint-Saëns
12Valse-Caprice op. 76 für Klavier und Streicher (Wedding-Cake, 1886) 00:06:01
Dimitri Schostakowitsch
13Tahiti Trot op. 16 00:03:41
Ralph Vaughan Williams
14Fantasia on Greensleeves 00:04:42
Peter Heidrich
15Variations on"Happy Birthday" 00:06:53

Interpreten der Einspielung

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