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CD-Besprechung

cpo 777 509-2

2 CD • 1h 34min • 2009

24.01.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Wieder einmal füllt cpo eine Bildungslücke! Hand aufs Herz, liebe Musikfreunde: Haben Sie den Namen Gustave Kerker schon jemals gehört? Mir jedenfalls war er gänzlich neu. Dabei soll er zu Lebzeiten (1857-1923) ein berühmter Komponist gewesen sein, und ein viel gespielter noch dazu. Rund dreißig Musikkomödien hat der Deutsch-Amerikaner zwischen 1890 und 1920 geschrieben – für den Broadway, fürs Londoner Westend und für Bühnen in Berlin und Wien.

Der gebürtige Westfale war als Zehnjähriger mit seinen Eltern, die auch Musiker waren, in die Vereinigten Staaten gekommen, wo er bereits in jungen Jahren als Cellist, später auch als Dirigent Arbeit fand. Mit 22 schrieb er seine erste komische Oper, er war vierzig, als er mit The Belle of New York in London seinen internationalen Durchbruch erlebte.

Kerker bereicherte die amerikanische Gattung der musical comedy mit Versatzstücken der europäischen Operette, wobei die Einflüsse von Offenbach, Strauß sowie Gilbert & Sullivan unverkennbar sind. Als arrivierter Mann brachte er dann die amerikanisierte Variante der Gattung nach Europa, etwa die Tanzoperette Die oberen Zehntausend auf ein Libretto von Julius Freund, die 1909 im Berliner Metropol-Theater ihre Uraufführung erlebte. „Wir tanzen auf einem Pulverfaß, und gerade das macht uns Spaß" verkündet hier die High Society übermütig, und Kerker gibt dem musikalischen Affen gehörig Zucker. Erstaunlicherweise spielt amerikanische Unterhaltungsmusik in der Partitur nur eine sehr untergeordnete Rolle, vielmehr begegnen uns in Revue-Manier die guten alten Bekannten aus der Operette des 19. Jahrhunderts. Walzerseligkeit dominiert. Kerkers Musik – und das ist wohl der Grund, warum sie über den Tag hinaus keinen Bestand hatte – geht schmeichelnd zum einen Ohr hinein und tänzelnd zum anderen wieder hinaus. Sie ist gut gemacht, streckenweise inspiriert, aber nicht wirklich originell. Das gilt auch für die 25minütige, leicht parodistische „very“ Grand Opera Burning to sing or Singing to burn (1904), in der ein Hotelbrand absurde Opernsituationen hervorruft. In der vorliegenden Einspielung, in der das Ensemble der Dresdner Staatsoperette und die NDR Radiophilharmonie Hannover zusammenarbeiten, bereiten Kerkers Petitessen uneingeschränktes Plaisir. Der vielseitig versierte Dirigent Howard Griffith nimmt die Musik ernst, aber nicht ernster als sie genommen werden will, die Sänger agieren stilsicher und unroutiniert.

Ekkehard Pluta [24.01.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gustave Kerker
1Die Oberen Zehntausend (Amerikanische Tanzoperette in drei Akten) 00:57:14
CD/SACD 2
1Burning to Sing or Singing to Burn (A "Very" Grand Opera in One Act) 00:22:51
7The Belle of New York (Musical Comedy) 00:13:30

Interpreten der Einspielung

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