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CD-Besprechung

Antonio Cartellieri

Complete Symphonies

cpo 777 667-2

1 CD • 73min • 2011

28.08.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Selbst in renommierten Nachschlagewerken sucht man den Namen des Beethoven-Zeitgenossen Antonio Casimir Cartellieri vergeblich. 1772 als Sohn eines italienischen Sängers in Dresden geboren, hatte er erste Erfolge als Opernkomponist in Berlin, ging dann nach Wien, wo er bei Salieri und Albrechtsberger studierte und Beethoven kennenlernte, dessen Erstes Klavierkonzert 1795 zusammen mit Cartellieris Oratorium Gioas, Rè di Giuda uraufgeführt wurde. Ein Jahr später erhielt er eine Anstellung als Kapellmeister beim Fürsten Franz Josef Maximilian von Lobkowitz eine Position, die er bis zu seinem Tod im Alter von nur 34 Jahren innehatte.

Wiederentdeckt wurde der Komponist durch den 2011 verstorbenen Klarinettisten und Ausgräber vergessener Werke Dieter Klöcker, der mit seinem Consortium Classicum zahlreiche Kammermusikwerke von Cartellieri aufführte und aufnahm.

Gernot Schmalfuss, Oboist des Ensembles, nahm die Spur auf und förderte mit kriminalistischem Spürsinn alle vier in einem handschriftlichen Werkverzeichnis Cartellieris genannten Sinfonien zutage, die er – inzwischen zum Dirigenten des von der taiwanesischen Evergreen-Unternehmensgruppe ins Leben gerufenen Evergreen Symphonieorchesters avanciert – hier nun in Ersteinspielung vorlegt.

Cartellieris Musik besticht durch Prägnanz der Erfindung, Lebendigkeit und Natürlichkeit der Verarbeitung. Die Sinfonien entsprechen dem klassischen viersätzigen Schema, lediglich die zweite verzichtet auf das Menuett. Die Ecksätze geben sich feurig und brillant, die in Variationsform gehaltenen langsamen Sätze und die Menuette atmen galanten Charme. Auffällig ist die große sinfonische Besetzung (mit vollem Bläsersatz und Schlagzeug), deren vielfältige Kombinations-Möglichkeiten Cartellieri fantasievoll auszunutzen versteht, indem er verschiedene Gruppen, Soli und Tutti wirkungsvoll einander gegenüberstellt. Das technisch einwandfrei agierende Orchester bringt diese Reize schön zur Geltung, während der harmonische Ablauf, das Wechselspiel von Spannung und Entspannung in diesen Wiedergaben nur unvollkommen zum Ausdruck kommt und vor allem die Forte-Abschnitte über weite Strecken undifferenziert klingen. Unbefriedigend – ganz gegen die Gewohnheit bei cpo – der Inhalt des Booklets, das seitenlang die Namen aller taiwanesischen Orchestermitglieder nebst ihren Hochschulabschlüssen aufzählt, anstatt detaillierte Erläuterungen zu den Werken zu geben. Auch das Korrekturlesen hat man sich bei cpo offenbar gespart – sonst wären wohl nicht so haarsträubende Fehler stehen geblieben...

Sixtus König † [28.08.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonio Casimir Cartellieri
1Sinfonie Nr. 1 00:17:31
5Sinfonie Nr. 2 00:11:13
8Sinfonie Nr. 3 00:23:24
12Sinfonie Nr. 4 00:21:05

Interpreten der Einspielung

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