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CD-Besprechung

Ondine ODE 1209-2

1 CD • 46min • 2010, 2011

11.09.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Jeder, der schon einmal einen professionellen Straßenmusiker mit einer ausgewachsenen Bach-Fuge auf dem Akkordeon erlebt hat, hat eine Ahnung davon, wie sehr dieses dem Volksmusikalischen längst entwachsene Instrument der Orgel gleichen kann. Sieht man einmal vom kleinlichen Aspekt historischer Korrektheit ab – Bach war ein vor Phantasie überbordender Komponist, kein Historist –, hat das Akkordeon sogar gegenüber der Orgel den Vorteil, dass die Handzugtechnik das Instrument gleichsam mit einem Atem versieht und damit dem Ideal der menschlichen Stimme frappierend näher ist als das Kircheninstrument: Dieses Ideal war aber noch für das 18. Jahrhundert die ästhetische Leitvorstellung, auch und gerade für die Instrumentalmusik.

Der Finne Janne Rättyä,Schüler von Matti Rantanen und Mie Miki, ist zwar beileibe nicht der erste Akkordeonist, der Bachs Goldberg-Variationen BWV 988 eingespielt hat; doch seine Interpretation ist in sich so stimmig, dass sie auch ohne Vergleich für sich bestehen kann. Was diese Version zum Ereignis macht, ist Rättyäs Kunst des polyphonen Spiels. In jeder der dreißig Variationen wird jede Stimme selbständig artikuliert, wobei die überlegene Balgtechnik Rättyäs jeweils winzige, kaum merkliche, quasi atmende Drücker ermöglicht. Die dynamische Bandbreite reicht von immateriellen Pianissimi hin zu robusten Forti, die artikulatorische von zart intonierten Melodien über reizvoll flirrende Passagen bis hin zu kernigen Akzenten. Die Musik scheint quasi dreidimensional in den Raum projiziert, ein faszinierender Eindruck, an dem die plastische Klangtechnik ebenfalls beteiligt ist: Man meint, förmlich im Instrument zu sitzen.

Der eigentlichen Darstellung sind acht alternative Aufnahme-Versionen einzelner Variationen beigegeben, durch die überhaupt erst die eher magere Laufzeit dieser Produktion von gut 46 Minuten erreicht wird. Da hätten doch noch ein paar Ergänzungen nahegelegen, vielleicht einige Präludien- und Fugenpaare aus dem Bach'schen Orgelwerk. Doch es ist ja auch ein Kompliment zu bemängeln, dass eine Produktion zu kurz ist.

Dr. Michael B. Weiß [11.09.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Goldberg-Variationen BWV 988 00:38:36

Interpreten der Einspielung

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