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CD-Besprechung

J.B. Vanhal

cpo 1 CD 777 612-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 20.01.12

cpo 777 612-2

1 CD • 55min • 2010

Der in Böhmen als Sohn leibeigener Bauern geborene Johann Baptist Vanhal (1739-1813) war einer der ersten Komponisten, die freischaffend ohne fürstliche Anstellung vom Erlös ihrer Werke, vom Konzertieren und vom Unterrichten lebten. Er wurde in Wien von Dittersdorf unterrichtet und war bald als Violinist, Lehrer und Komponist so erfolgreich, dass er sich aus der Leibeigenschaft freikaufen konnte. Nach einer zweijährigen Italien-Reise und Aufenthalten in Ungarn und Kroatien ließ er sich in Wien nieder. Vanhal komponierte weit über 1000 Werke, darunter an die hundert Sinfonien und ebenso viele Streichquartette. Er galt als einer der beliebtesten und berühmtesten Komponisten seiner Zeit, Haydn und Mozart führten seine Werke auf.

Die hier eingespielten Sinfonien, entstanden etwa zwischen 1771 und 1774, zeigen eine ebenso gefällige wie originelle Schreibweise. Die dreisätzige C-Dur-Sinfonie wartet – schon in der Anlage der Themen – mit einigen Überraschungen auf. Die viersätzige e-Moll-Sinfonie kombiniert verschiedene Formtypen wie Sonaten-Hauptsatz, Variationssatz und Rondo und trägt in ihrem Gestus deutliche Spuren des „Sturm und Drang".

Zwischen den beiden Sinfonien steht das etwa zehn Jahre später entstandene Cellokonzert C-Dur, das in seinen Ecksätzen mit Trompeten und Pauken recht martialisch auftrumpft, aber auch ein schönes gesangliches Adagio enthält. Das technisch anspruchsvolle Stück ist ein gefundenes Fressen für den 1985 geborenen, von der Kronberger Cello Academy geförderten ungarischen Cellisten István Várdai, der hier nicht nur in den Kadenzen Gelegenheit hat, seine Griffsicherheit und virtuose Bogenbeherrschung unter Beweis zu stellen.

Der Dirigent Howard Griffiths hat die Musiker der 1999 aus dem Schweizer Jugend-Sinfonieorchester hervorgegangenen Camerata Schweiz offenbar bestens gedrillt und peitscht sie gnadenlos durch die Allegro-Sätze, die – auch durch den etwas scharfen Klang der Streicher – einen Zug zum Zackig-Militärischen erhalten. Etwas mehr Charme in der Wiedergabe könnte diese Musik schon vertragen.

Sixtus König † [20.01.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.B. Vanhal Sinfonie C-Dur Bryan C 9 00:18:05
4 Konzert C-Dur für Violoncello und Orchester 00:16:24
7 Sinfonie e-Moll Bryan e:2 00:20:24

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
István Várdai Violoncello
Camerata Schweiz Orchester
Howard Griffiths Dirigent
 
777 612-2;0761203761227

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