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CD-Besprechung

F. Schubert • P. Tschaikowsky • M. Bruch

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1843

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 13.09.11

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BIS 1843

1 CD/SACD stereo/surround • 52min • 2010

Die Viola als Soloinstrument ist von den Komponisten der Klassik und Romantik nicht gerade reich bedacht worden. Da kann man es den Bratschisten nicht verübeln, wenn sie gelegentlich auf fremdem Terrain wildern. Bei Franz Schuberts wunderbarer a-Moll-Sonate aus dem Jahr 1824 erscheint die Adaption besonders legitim, da das Arpeggione – ein wie eine Gitarre gestimmtes und mit dem Bogen gestrichenes Instrument, für das die Komposition ursprünglich geschrieben wurde – schon wenige Jahre nach seiner Erfindung wieder in Vergessenheit geriet. Heute haben vor allem die Cellisten das Werk für sich reklamiert (gelegentlich hört man es auch mit Gitarre), doch von allen vorliegenden Versionen erscheint die Realisation auf der Bratsche dem lyrisch-melancholischen Charakter des Stückes am ehesten angemessen. Auch die von der aus Bulgarien stammenden Komponistin Dobrinka Tabakova vorgenommene Übertragung des Klavierparts für Streichorchester – was die Sonate zu einem veritablen Bratschen-Konzert macht – wirkt üüberzeugend, zumal das Schwedische Kammerorchester unter Muhai Tang sehr sensibel zu Werke geht. Schade, dass der Solist dessen Phrasierung nicht übernommen hat.

Auch Tschaikowskys Rokoko-Variationen funktionieren – hat man sich erst einmal von der mit dem originalen Violoncello verbundenen Hörerwartung gelöst – durchaus mit Viola als Soloinstrument. Hier ist der Orchesterpart unverändert, nur die Solostimme wurde vom Solisten durch gelegentliche Oktavierungen der Bratsche angepasst. Der in der Ukraine geborene und in Moskau ausgebildete Maxim Rysanov widmet sich dem Werk mit spürbarer Hingabe. Er spielt mit einer solchen Lebendigkeit und Brillanz, dass man ihm auch einige manierierten Eigenheiten verzeihen mag.

Den Abschluss der CD bildet eine der raren Originalkompositionen für Viola und Orchester: die 1911 entstandene poetische Romanze F-Dur op. 85 von Max Bruch, deren sehnsuchtsvolle Melodie sich im Mittelteil zu dramatischem Ausdruck steigert, um dann in zarter Lyrik zu verklingen – eine weitere Gelegenheit für Rysanov, mit tonschönem, ausdrucksstarkem Spiel zu glänzen. Das Orchester sekundiert ihm wiederum einfühlsam, so dass dieses Plädoyer für ein vernachlässigtes Soloinstrument eine echte Repertoire-Bereicherung darstellt.

Sixtus König † [13.09.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Arpeggione a-Moll D 821 (Bearb. für Viola und Streichorchester) 00:23:50
4 P. Tschaikowsky Variationen A-Dur op. 33 für Violoncello und Orchester (Rokoko-Variationen) 00:18:29
13 M. Bruch Romanze F-Dur op. 85 für Viola und Orchester 00:08:51

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Maxim Rysanov Viola
Swedish Chamber Orchestra Orchester
Muhai Tang Dirigent
 
1843;7318599918433

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