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CD-Besprechung

J.S. Bach

Cantatas 48

J.S. Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 04.05.11

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BIS 1881

1 CD/SACD stereo/surround • 72min • 2010

Die Feststellung, dass mit der kürzlich veröffentlichten 48. CD nunmehr 171 Bach-Kantaten mit dem Bach Collegium Japan unter der Leitung Masaaki Suzukis vorliegen, weckt Erwartungen auf eine in absehbarer Zeit zu erwartende Vollendung des Vorhabens. Auch die jüngste Veröffentlichung reiht sich würdig in die Serie ein. Jede einzelne Kantate vermittelt ein individuelles Profil im kontrastreichen Wechsel von inniger Andachtshaltung und enthusiastischem Verkündigungstemperament. Wo nötig, mit Pauken und Trompeten, wie hier in den Kantaten BWV 34 und 120. Gleichsam selbstverständlich, typisch und zugleich unnachahmlich erlebt man seinen Bach, Ton für Ton, Takt für Takt überzeugt durch seine Einbindung in den Regelkanon barocker Generalbaßtechnik, geprägt von kontrapunktischer Meisterschaft und harmonischem Reichtum. Die Auswahl und Zusammenstellung der Kantatentexte findet dabei immer wieder eine erstaunliche Umsetzung in Klangrede und Figurensprache des Komponisten. Man versteht die vorbehaltlose Hingabe der Kenner und Verehrer dieser Musik.

Musikkritische Anmerkungen erweisen sich da angesichts fachlich fundierter und handwerklich-virtuoser Aufführungsergebnisse als allenfalls marginal. Aufschlußreich in dieser Beziehung ist die Lektüre des Kantaten-Handbuches im Bärenreiter-Verlag, seit vielen Jahren ein Standardwerk des Bach-Forschers Alfred Dürr (gestorben 2011). Man erfährt dort – dank detektivischer Kleinarbeit des Autors – wichtige Fakten zur einstigen Herstellung des Aufführungsmaterials, zu den damaligen Problemen der Probenarbeit und den zeitbedingt höchst eingeschränkten Aufführungsqualitäten. Aufschlußreich zu lesen dank informativer Werkerläuterungen sind ebenso die Beihefttexte, eigens für die BIS-Produktion verfaßt von dem Direktor des Leipziger Bach-Institutes Dr. Klaus Hofmann.

Alles in allem kann so die im Entstehen begriffene klangliche Realisierung von Bachs Kantatenschaffen dank hoch gesteckter Ziele in Theorie und Praxis mit der Umsetzung musikwissenschaftlicher Erkenntnisse aufwarten. Vorrangig gilt dies für die nachweislich authentische Chorbesetzung mit zwölf „Ripienisten", angeführt von den vier Solosängern als „Concertisten", also insgesamt 16 Choristen. Über die schwieriger zu beurteilenden, mehr subjektiven Detailfragen, etwa nach der „richtigen", barocke Affekte und moderne Virtuosität verbindenden Tempowahl, über die Verzierungspraxis oder komplizierte Balanceprobleme zwischen chorischer Wortverständlichkeit und gleichzeitig erklingender Klangrede der Instrumente, wird dagegen von dem Leiter des Ganzen, Masaaki Suzuki, zu gegebener Zeit noch ein zusammenfassendes Resümee zu erwarten sein. Schließlich ist er derjenige, der nach mehreren Jahrzehnten schöpferischen Umganges mit Bachs Musik vieles mitzuteilen hat.

Dr. Gerhard Pätzig [04.05.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe BWV 34 (Kantate) 00:16:14
6 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut BWV 117 (Kantate) 00:21:19
15 Was Gott tut, das ist wohlgetan BWV 98 (Kantate) 00:13:27
20 Gott, man lobet dich in der Stille BWV 120 (Kantate) 00:20:07

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Hana Blaziková Sopran
Robin Blaze Countertenor
Satoshi Mizukoshi Tenor
Peter Kooij Bass
Bach Collegium Japan Ensemble
Masaaki Suzuki Dirigent
 
1881;7318599918815

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