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CD-Besprechung

cpo 777 643-2

1 CD • 63min • 2010

04.04.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Das Heben alter Schätze ist eine höchst verdienstvolle Angelegenheit. So auch in diesem Fall, in dem Schatzgräber Bernhard Klapprott nach seinen Entdeckungen mit der Matthäus-Passion von Johann Christoph Rothe bzw. dem Weihnachts- und Neujahrs-Oratorium von Georg Gebel d.J. (beide Einspielungen ebenfalls bei cpo) uns nun mit dem allenfalls Organisten bekannten Friedrich Wilhelm Zachow bekannt macht. Der einzig bekannte Lehrer Händels war einer der herausragenden Inhaber dieser sogenannten Topstelle für protestantische Kantoren an der Marienkirche zu Halle a.d. Saale. Samuel Scheidt und Wilhelm Friedemann Bach gehören zu ebenso prominenten Stelleninhabern, selbst der „alte Bach" hatte sich 1712 (wenn auch erfolglos) um die Nachfolge Zachows beworben.

Kurzum – zu hören ist Musik, die zu Unrecht lange in den Archiven schlummerte: eine höchst erfreuliche Wiederentdeckung. Was die Urheberschaft Händels bei den Titeln 3 und 4 angeht, so beschreibt Eric Dremel im ausführlichen Booklet eindrücklich die Quellenlage und mögliche Zuschreibungen. Nach dem reinen Höreindruck scheint mir die Autorenschaft Händels doch eher fragwürdig oder die Werke sind enorm früh in Händels Schaffen einzuordnen. Schön sind sie allemal.

Zu den Interpreten, zunächst dem Instrumentalensemble: Die Capella Thuringia unter ihrem Gründer und Leiter Bernhard Klapprott musiziert stilsicher, geschmeidig und stets sehr geschmackvoll, frönt nicht übermäßßig „Alte-Musik-Attitüden", sondern spielt stets mit gesanglichem und atmendem Spiel. Sparringspartner der Instrumentalisten sind die fünf Vokalisten des Cantus Thuringia. Die Sängerinnen und Sänger sind leider nicht ganz auf dem hohen Niveau der Spieler anzusiedeln. Brüche in den Vokalfarben, teilweise kaum hörbare Töne in den tiefen Lagen (Tenor Mirko Ludwig, und das trotz Mikrofonierung!!) und in den Höhen der Soprane doch oft recht eng im Klangbild (Gudrun Sidonie Otto und Margaret Hunter). Hinzu kommt die manchmal kaum verständlich Diktion des Altus Christoph Dittmar (vgl. Track Nr. 3). Der Bassist Guillaume Olry macht den souveränsten Eindruck. Insgesamt hätte man dem Ensemble noch etwas mehr Zeit beim Einhören in die Eigenarten der jeweiligen Terzen gewünscht. Daher bei der künstlerischen Bewertung keine Höchstbewertung. Aber dennoch in der Summe eine empfehlenswerte Einspielung.

Frank Höndgen [04.04.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Friedrich Wilhelm Zachow
1Ich bin die Auferstehung und das Leben (Kantate für das Osterfest) 00:16:55
8Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre (Kantate) 00:10:40
Georg Friedrich Händel
15Ach Herr, mich armen Sünder (Choralkantate) 00:22:10
21Triumph, ihr Christen seid erfreut (Osterdialog) 00:12:53

Interpreten der Einspielung

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