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CD-Besprechung

W.A. Mozart

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1794

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 10.12.10

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BIS 1794

1 CD/SACD stereo/surround • 59min • 2009

Mit der vorliegenden CD beginnt Ronald Brautigam seine Gesamteinspielung der Mozart-Klavierkonzerte auf dem Fortepiano. Nach den Kanons der Solo-Klavierwerke von Haydn, Mozart (beide komplett) und Beethoven (Vol. 10 von 17 erscheint demnächst) hat dieser unheimlich produktive Pianist gemeinsam mit seinem langjährigen Label BIS also ein weiteres Großprojekt begonnen sowie seine sechste CD in diesem Kalenderjahr veröffentlicht. Daß er ein derart dichtes Produktionspensum nach wie vor mit interpretatorischer Frische, geistiger Wachheit und manueller Souveränität zu absolvieren versteht – wenn auch nicht durchwegs auf dem hohen Niveau, das er zuletzt bei den Beethoven-Sonaten erreicht hat –, zeigt diese Aufnahme von Mozarts Konzerten in Es-Dur KV 271 und A-Dur KV 414.

Brautigam spielt auf der Kopie eines Walter-Flügels von 1795 und stellt uns damit einmal mehr eine authentische Klangvariante der Wiener Klassik vor. Dasselbe versucht die auf historischen Instrumenten begleitende Kölner Akademie unter Michael Alexander Willens, allerdings mit wechselndem Erfolg. Vielleicht gab es zu wenig Probenzeit für Mozarts „Jenamy“-Juwel mit seiner opernhaften Dramaturgie? Jedenfalls leidet vor allem der Kopfsatz unter einem unangenehm scharfem Klang der Violinen in den Höhen sowie unter Temposchwankungen und Willens’ mehr routinierten als raffinierten Phrasierungsvorgaben. In den dynamisch exponierten Passagen stellt sich das Orchester, obwohl denkbar schlank besetzt, zudem recht breitbeinig gegen Brautigams filigranes 98-kg-Flügelchen. Erst mit dem Finale findet das Ensemble zu einer restlos überzeugenden Gestaltung – was möglicherweise damit zusammenhängt, daß Mozart das musikalische Geschehen dieses Satzes in überdurchschnittlichem Maß auf den Solisten konzentriert. Vor allem im sorgfältig abschattierten Menuett-Intermezzo kommt nun endlich die reichhaltige Farbskala des Hammerklaviers zum Aufblühen, was zuvor meist nur in den Kadenzen möglich war.

Das sogenannte „kleine“ A-Dur-Konzert und das zugegebene Rondo KV 386 gelingen einheitlicher: nur ganz selten erleiden die Streicher einen Rückfall ins Grelle, und die Bläser erfreuen mit diskreter Präzision. Ronald Brautigam erweist sich auf der gesamten CD als der vitale Antrieb des Ganzen, der seinen Laden mit draufgängerischem Elan zusammenhält, sich zwischendurch aber auch immer wieder die Zeit nimmt, einzelne Rosen am Wegesrand zu bewundern. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings seine streckenweise recht rupfige Artikulation und einige unvermittelte Temporückungen, gerade bei Einsätzen nach einem längeren Orchesterzwischenspiel. Ob diese auf Brautigams hohe Betriebstemperatur oder auf Unachtsamkeit des Tonmeisters beim Schneiden zurückzuführen sind, vermag der Rezensent nicht auszumachen. Summa summarum ein achtbarer Einstand, der seinen Interpreten noch ein gutes Stück Luft nach oben übrig läßt.

Henri Ducard [10.12.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.A. Mozart Konzert Nr. 9 Es-Dur KV 271 für Klavier und Orchester (Jeunehomme) 00:27:48
4 Konzert Nr. 12 A-Dur KV 414 für Klavier und Orchester 00:21:54
7 Rondo Nr. 2 A-Dur KV 386 für Klavier und Orchester 00:07:55

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ronald Brautigam Fortepiano
Die Kölner Akademie Orchester
Michael Alexander Willens Dirigent
 
1794;7318599917948

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