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CD-Besprechung

A. Enna

cpo 1 CD 777 035-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 22.11.10

cpo 777 035-2

1 CD • 78min • 2005, 2004

Wenn man der ausführlichen Einführung glauben darf, so fühlte sich der dänische Komponist August Enna zeitlebens in der Welt Hans-Christian Andersens besonders gut aufgehoben, und das nicht nur der Märchen, sondern auch einer gewissen Wahlverwandtschaft wegen: Das erzählerische Vorbild kam aus ähnlich einfach-provinziellen Verhältnissen, brachte es zu internationalem Ruhm und ward ob dieses Erfolgs in der Heimat ebenso scheel angesehen wie sein musikalischer Verehrer – weil man, so der Verfasser des Booklet-Textes, in Dänemark traditionellerweise einen Argwohn gegenüber allen Landsleuten hegt, die im Ausland zurechtkommen.

Dass dieses „Zurechtkommen“ im Falle des 1859 geborenen und 1939 verstorbenen Schuster-Sohnes Enna zu allem Überflusse auf der Bühne stattfand, scheint den Vorbehalten zusätzliche Nahrung gegeben zu haben. So um die zwei Dutzend Opern und Operetten hat er im Laufe der Zeit geschrieben, davon mancherlei – wie das inzwischen bereits bei cpo veröffentlichte Mädchen mit den Schwefelhölzern – nach einem besonders schönen Andersen-Märchen, und vieles fand nicht nur in den Landesgrenzen, sondern berechtigtermaßen auch darüber hinaus großen Anklang, was das Mißtrauen noch weiter anfachte.

Das Gebiet der Instrumentalmusik hat Enna bei seiner konzentrierten Bühnenproduktion recht stiefmütterlich behandelt. Zwei Sinfonien, von denen die ältere verschollen ist, ein Violinkonzert, dann die hier vorliegende Festouvertüre zum 100. Geburtstage des verehrten Hans-Christian Andersen sowie die viersätzige Märchen-Suite – das sieht recht übersichtlich aus und fällt gewiß nicht in die Kategorie der absoluten Schaffensnotwendigkeiten, verrät aber insbesondere in der abstrakt-programmatischen Suite viel romantisches Temperament, einen ausgeprägten Sinn für plastische Stimmungen und ein hohes Maß an orchestraler Fantasie, so dass für spannungs- und abwechslungsreiche dreißig Minuten gesorgt ist.

Auch die 1908 uraufgeführte zweite Sinfonie muss sich nicht verstecken, wenngleich sie vor allem dem „Zweck“ diente, das heimische Publikum mit einem Muster an formaler Ausgewogenheit davon zu überzeugen, dass August Enna keineswegs der vermutete „Angeber“ war, der mit seinen Opernerfolgen umherstolzierte wie die Olsen-Bande durchs jütländische Hauerslev. Von einigen leerlaufenden Kreiselbewegungen im Finale abgesehen, ist das eine packende und zündende Komposition, die die Festouvertüre für Andersen weit hinter sich läßt: Das Spiel mit dem Tonbuchstabenmotto H-C-A ist ebenso offensichtlich wie der Versuch, gegen die offizielle Jubiläums-Ouvertüre anzurennen, mit der die Königliche Kapelle Ennas jüngeren Kollegen Fini Henriques beauftragt hatte; so erlahmt das Interesse schon lange vor Ablauf der elfminütigen Aufführungsdauer. Das Märchen jedoch, ich sag’ es gern nochmal, entschädigt für diese Durststrecke und kann im Verbund mit der Sinfonie den kleinen „Durchhänger“ leicht aus der Welt schaffen.

Rasmus van Rijn [22.11.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Enna Märchen (Symphonische Bilder) 00:32:14
5 Hans Christian Andersen (Eine Festouvertüre) 00:11:37
6 Sinfonie Nr. 2 E-Dur 00:34:21

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
NDR Radiophilharmonie Orchester
Michael Hofstetter Dirigent
 
777 035-2;0761203703524

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