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CD-Besprechung

The Auryn Series XX

Auryn's Haydn op. 71

The Auryn Series XX

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 01.07.10

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Tacet D170

1 DVD-Audio • 68min • 2008

Nichts ist berauschender als Erfolg. Dem konnte sich selbst der sonst allem äußerlich Spektakulären abholde Joseph Haydn keineswegs entziehen. Nach jahrzehntelanger künstlerischer Isolation im Haus der Fürsten Esterházy glich seine erste Englandreise 1791/92 einem regelrechten Triumphzug – inklusive Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Oxford. Vor allem in London, dessen öffentliches Musikleben auf dem Kontinent nicht seinesgleichen hatte, nahm man ihn, der durch seinen brillanten Forscherinstinkt und seine bienenfleißige Demut zum „ersten musikalischen Genie des Zeitalters“ avanciert war, mit offenen Armen auf. In Konzerten der britischen Kulturmetropole wurde jedoch nicht bloß die große Form der Sinfonie gepflegt, sondern auch Haydns Streichquartette vor einer zahlreichen Zuhörerschaft präsentiert. Nach der Intimität kammermusikalischer Häuslichkeit, für die sie eigentlich geschrieben worden waren, fanden sich diese Werke plötzlich im grellen Licht der Öffentlichkeit wieder.

Doch – wie gesagt – nichts wirkt berauschender als Erfolg. Kaum heimgekehrt und eine weitere Englandreise (die 1794/95 tatsächlich stattfand) fest im Blick, änderte Haydn seinen Streichquartett-Stil nachhaltig: Alles wird nun weniger komplex, weniger gemütlich, weniger intellektuell, dafür emphatischer, bedeutsamer, ja orchestraler. Genau ein solcher Wind weht erstmals durch die drei (hier neu eingespielten) dem Grafen Apponyi gewidmeten Quartette opus 71 – oder besser: sollte wehen. Denn die fabelhaften Auryns, an deren spieltechnischem Niveau und emotionalem Zugriff nicht gemäkelt werden kann, scheinen ihr Musizieren – auch bedingt durch die besondere Klangästhetik des „TACET Real Surround Sounds“ – weiterhin auf einen einzelnen, idealen Rezipienten hin abzustimmen. So werden die von Haydn extra eingefügten „Anfangssignale“ (Akkordschläge, kurze Modulation oder knappes Einleitungsmotiv), mit denen jedes der drei Apponyi-Streichquartette beginnt, nicht als das herausgearbeitet, was sie sind: Auftakte zu einer grandiosen „Inszenierung“ für Viele. Bei dem, was hernach folgt, liegt ein Bekenntnischarakter zumeist eher fern – auch wenn das Auryn Quartet meint, genau diesen herstellen zu müssen. Ein interpretatorisch Funken sprühendes, überaus hörenswertes Missverständnis.

Richard Eckstein [01.07.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Haydn Streichquartett B-Dur op. 71 Nr. 1 Hob. III:69 00:22:29
5 Streichquartett D-Dur op. 71 Nr. 2 Hob. III:70 00:20:21
9 Streichquartett Es-Dur op. 71 Nr. 3 Hob. III:71 00:24:53

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Auryn Quartett Ensemble
 
D170;4009850017035

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