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CD-Besprechung

R. Schumann

Alpha Productions 2 CD Alpha 158

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 27.05.10

Alpha Productions Alpha 158

2 CD • 2h 03min • 2009

Die Klaviertrios von Robert Schumann entstanden in für den Komponisten prekären Zeiten. Das d-Moll-Trio, komponiert in Dresden 1847, scheint geradezu Ausdruck der Überwindung einer Krise zu sein, die monatelang Schumanns Schaffenskraft gelähmt hatte. Unmittelbar nach seiner Fertigstellung begann Schumann das F-Dur-Trio, das jedoch hinter der Arbeit an den Faust-Szenen und der Oper Genoveva zurückstehen musste und erst 1849 abgeschlossen wurde, ebenso wie die bereits 1842 begonnenen Fantasiestücke a-Moll op. 88, Schumanns früheste Arbeit für die Trio-Besetzung. Das g-Moll Trio schließlich schrieb Schumann im Herbst 1851 in Düsseldorf, wo er sich mit zunehmender Kritik an seiner Leitung des Musikvereins konfrontiert sah. Ungeachtet der widrigen Umstände, unter denen sie entstanden, sind die drei Trios meisterhafte Werke, inspiriert, reich an Empfindung und sorgfältig gearbeitet. Gegenüber dem freien Gefühlsfluss der Fantasiestücke erscheinen sie „klassischer“ in Anlage und Ausdruck, warten aber nichtsdestoweniger mit echt schumannesken Einfällen auf, wie etwa den geheimnisvollen „Stimmen aus der Ferne“ im Kopfsatz von op. 63 oder dem synkopierten, kanonisch geführten dritten Satz aus op. 80.

Die Spuren der Kontrapunkt-Studien, die Schumann in Dresden betrieb, sind allenthalben in der subtilen polyphonen Ausarbeitung wahrzunehmen. Schumann hatte zu diesem Zweck einen Pedal-Zusatz mit eigener Besaitung für seinen Flügel gemietet, der es ihm ermöglichte, Bachs Orgelwerke studienhalber auf dem Klavier zu spielen. Für diesen „Pedalflügel“ komponierte er auch eigene Stücke, darunter die Sechs Stücke in Kanonform op. 56, die sein Schüler Theodor Kirchner später für Klaviertrio bearbeitete. In der vorliegenden Einspielung dieser Trio-Fassung wird die Violine durch die Klarinette ersetzt – und es erweist sich, dass Paul Meyers Klarinettenton besser mit dem Cello von Christophe Coin harmoniert und sich besser gegen den von Eric Le Sage souverän traktierten historischen Steinway-Flügel durchsetzt als die Violine von Gordan Nicolitch. Hier, im Missverhältnis zwischen dem spröden, manchmal fast brüchigen Geigenton und dem massiven, von der Aufnahmetechnik zudem etwas dominant behandelten Klavier, liegen die einzigen Einschränkungen bei der Bewertung dieser ansonsten äußerst fesselnden, ja elektrisierenden Einspielung, die sich völlig in die Welt Schumanns versenkt und den Charakter jedes Satzes fantasievoll und einfühlsam zur Geltung bringt.

Sixtus König † [27.05.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Schumann Trio Nr. 1 d-Moll op. 63 für Violine, Violoncello und Klavier 00:32:43
5 Trio Nr. 2 F-Dur op. 80 für Klavier, Violine und Violoncello 00:27:04
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Trio Nr. 3 g-Moll op. 110 für Violine, Violoncello und Klavier 00:26:36
5 Fantasiestücke a-Moll op. 88 für Violine, Violoncello und Klavier 00:19:02
9 Sechs Stücke in kanonischer Form op. 56 00:16:14

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gordan Nicolitch Violine
Christophe Coin Violoncello
Eric Le Sage Klavier
Paul Meyer Klarinette
 
Alpha 158;3760014191589

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