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CD-Besprechung

E. Rautavaara

Ondine 1 CD ODE 1149-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 30.04.10

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Ondine ODE 1149-2

1 CD • 49min • 2006, 2009

Anstatt die völlig ausreichenden Erläuterungen des Komponisten noch einmal mit den Worten eines Einführungstexters zu wiederholen, hätte man sich einige Booklet-Seiten sparen und dort eine deutsche Übersetzung dessen unterbringen können, was uns Einojuhani Rautavaara selbst zu sagen hat: Dass er nämlich die vor nunmehr fünfundfünfzig Jahren entstandenen sechs Ikonen für Klavier nach einem halben Jahrhundert orchestrierte; dass er die ursprünglichen Sätze um mehrere Gebete und ein Amen erweiterte und so einen sehr persönlichen Zyklus beschloss, in dem er selbst Vor den Ikonen steht, um zu sehen, ob denn auch alles gut war.

Das tut er in den letzten Jahren häufig. Sinfonische Werke hat der jetzt bald Zweiundachtzigjährige runderneuert, Lieder aus den Studienjahren poliert – ein bewundernswerter, mutiger Akt, den nur mit Fröhlichkeit vollbringen kann, wer sich treu geblieben ist und nicht vor den Trümmern einer verkorksten Moderne kapitulierte: Die teils schlicht schönen, teils einfach überwältigenden Ikonen-Sätze, einst entstanden nach der Betrachtung eines deutschen Buches über die ostkirchliche Bilderwelt, gehen mit den Gebeten und dem Amen eine solch nahtlose Verbindung ein, als hätte immer alles schon „so" sein sollen – leuchtend in den Farben, von erhabener Transzendenz und recht irdischem Humor („Die beiden Dorfheiligen"), gegen Ende dramatisch verdichtet, wenn der Erzengel Michael gegen den Antichrist kämpft, und in Leif Segerstams prachtvoller Aufführung mit den Philharmonikern aus Helsinki ein goldglänzender Luxus.

Drei Jahre alt ist das zweite Stück der neuen Produktion: Die viersätzige Tapestry of Life, ein Fresko, ein Wandteppich vielleicht auch, Szenen jedenfalls, die zum Teil auf Kindheitseindrücke zurückgehen. Wiederum sehr kostbar ausgeführt, gewissermaßen ein endgültiges Heraustreten aus den Wirbeln des absurden Entwicklungsstromes, vornehmlich im Adagio zur Ruhe gekommene Musik, die sich am Ende, nach einer „Letzten Polonaise", wie ein Fazit auflöst. Wer wollte da noch Widerworte geben?

Rasmus van Rijn [30.04.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Rautavaara Before the Icons 00:25:15
11 A Tapestry Life 00:24:10

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Helsinki Philharmonic Orchestra Orchester
Leif Segerstam Dirigent
 
ODE 1149-2;0761195114926

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