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CD-Besprechung

cpo 777 380-2

1 CD • 58min • 2007

22.01.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Louis Théodore Gouvy gehört zu jenen Komponisten, die ohne nachvollziehbaren Grund durch den Raster der Musikgeschichte gefallen sind. Geboren in Saarbrücken, pendelte er zeitlebens zwischen Frankreich und Deutschland hin und her – hier Paris, wo er seine Studienjahre verbracht und erste Erfolge erzielt hatte, dort Leipzig, wo seine Werke den größten Anklang fanden –, ohne je irgendwo ganz heimisch zu werden. Zu seinen Freunden und Befürwortern zählten Ferdinand Hiller, der Leiter der Gürzenich-Konzerte in Köln, und Carl Reinecke, Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses, wo alle sechs Sinfonien Gouvys ihre Uraufführung erlebten. Die letzten dreißig Jahre seines Lebens verbrachte Gouvy im Herrenhaus seines Bruders im lothringischen Hombourg-Haut, dem heutigen Sitz eines Instituts, das sich für die künstlerische Rehabilitierung des Komponisten engagiert. Denn nach dem Tod Gouvys 1898 war seine Musik ungeachtet aller Erfolge schnell in Vergessenheit geraten. Lediglich einige Vokalkompositionen, das Requiem und einige Lieder, fanden noch eine gewisse Beachtung.

Mit Untersützung des Gouvy-Instituts veröffentlicht cpo jetzt eine Gesamteinspielung der Sinfonien, mit der die aus den Orchestern von Saarbrücken und Karlsruhe fusionierte Deutsche Radiophilharmonie und der Chef des Orchestre National de Lorraine in Metz, Jacques Mercier, betraut wurden – nicht nur in symbolischer Akt, sondern auch ein musikalischer Glücksgriff, denn das Orchesterspiel ist untadelig und Jacques Merciers Darstellung sorgfältig, einfühlsam und von großer Überzeugungskraft. Die vorliegende zweite Folge ist zwei Spätwerken gewidmet: der Sinfonietta von 1885 und der 6. Sinfonie von 1889-92, gut zwanzig Jahre nach der fünften entstanden. Auf den balladesken Kopfsatz, der ein mittelalterliches Bild heraufzubeschwören scheint, folgt ein aus einem eigenen Bläserseptett entlehntes unbekümmertes Scherzo und ein hymnisches Andante, bevor ein brillantes, von einer Fuge bekröntes Allegro risoluto das Werk beschließt. Voller gefälliger, eingängiger Themen ist die Sinfonietta für großes Orchester, ein lichtdurchflutetes Werk mit einem metrisch kapriziösen Scherzo, dessen freundlicher Charakter nur im Variationen-Andante eine vorübergehende Eintrübung erfährt. Auch hier setzt ein turbulentes Finale wirkungsvoll den Schlusspunkt.

Sixtus König † [22.01.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Louis Théodore Gouvy
1Sinfonie Nr. 6 g-Moll op. 87 00:29:45
5Sinfonietta D-Dur op. 80 00:27:38

Interpreten der Einspielung

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