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CD-Besprechung

Graham Fitkin

Kathryn Stott • Noriko Ogawa

Graham Fitkin

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 19.01.10

Klassik Heute
Empfehlung

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BIS 1517

1 CD/SACD stereo/surround • 69min • 2007

Der Name Graham Fitkin (Jg. 1963) sagte mir bislang nichts. Schon das Auftakt-Werk der hier vorgelegten Retrospektive mit Klavierwerken der letzten 25 Jahre aber hat dies nachhaltig geändert: Circuit (2003) ist ein ungewöhnlich gut gemachtes, wirkungsvolles Konzert für zwei Klaviere und Orchester, das mit seiner unbändigen Lebendigkeit lange beim Hörer nachwirkt. Komponiert wurde es für und uraufgeführt von den Solistinnen dieser Produktion, Noriko Ogawa und Kathryn Stott. Der Titel entspricht der Faktur: Wie in einem Zirkeltraining werden fünf blockartige Stationen absolviert; während der Übung hat man alle anderen Stationen dennoch stets im Blick. Am Ende rundet sich das Ganze aufs Schönste. Das letzte zeitgenössische Stück, das ich ähnlich unwiderstehlich und mitreißend fand, war Michael Torkes Book of Proverbs (1992), mit dessen jazzig-schwungvoller Tonsprache Fitkins Werk einiges gemein hat. Auch an Steve Reich mag man manchmal denken. Sucht man hingegen nach vergleichbaren Klavierkonzerten, muss man wohl bis auf John Foulds Dynamic Triptych zurückgehen. Die übrigen Werke der SACD sind ohne Orchester – je drei Werke für ein und zwei Klaviere, das älteste, From Yellow to Yellow, von 1985, das jüngste, White, von 2004. Da beide unmittelbar aufeinander folgen, mag man vielleicht eine Entwicklung hin zur Bevorzugung perkussiver Elemente bemerken, doch beide Stücke sind derart unterschiedlich, dass man seine ästhetische Brille besser schnell wieder absetzt. Hören wir also die anderen Werke und finden da eine eigenständig wirkende, facettenreiche Tonsprache, die ungeachtet der Zeitunterschiede konsistent und persönlich wirkt, auch wenn sie sich an Vorbildern wie Howard Skempton, Eric Satie und Steve Reich orientiert. Und kennt man John Foulds April, England, beschleicht einen manchmal das Gefühl, dass Foulds heute so für Klavier komponieren könnte, lebte er noch. Die Produktion klingt fantastisch, folgt einer ausgefeilten, subtilen Dramaturgie und ist eine unverzichtbare Bereicherung für die Sammlung jedes Klavier-Fans.

Dr. Benjamin G. Cohrs [19.01.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Fitkin Circuit 00:19:48
2 T1 00:07:28
3 Relent 00:11:08
4 Carnal 00:11:43
5 From Yellow to Yellow 00:01:33
6 White 00:04:33
7 Furniture 00:05:48
8 T2 00:04:34

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Noriko Ogawa Klavier
Kathryn Stott Klavier
Tokyo Symphony Orchestra Orchester
Naoto Otomo Dirigent
 
1517;7318599915173

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