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CD-Besprechung

P. Tschaikowsky

Mariinsky 1 CD/SACD MAR0503

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 04.01.10

Mariinsky MAR0503

1 CD/SACD • 64min • 2009

Wenn sich demnächst die Abrüstungsexperten aus Ost und West wieder einmal an den runden oder eiförmigen Tisch setzen, um sich gegenseitig ihre nuklearen Knallkörper vorzurechnen, hätte ich die passende Begleitmusik: die Ouvertüre 1812 in der hier vorliegenden Aufnahme mit dem Orchester des Marientheaters unter Valery Gergiev, die nach etwa zehn lustlos-schlappen Minuten in ein Geböller mündet, für das nur der klassische Latzhosenträger wird Sympathie empfinden können. „Puff!” macht es zum blechernen Bimmeln mißtönender Kirmesglöckchen, und „puff!” entweicht auf Anhieb das Vergnügen an einem Programm, das bei nur einigem orchestralen Engagement lustig hätte werden können und thematisch gar nicht schlecht gedacht ist. Peter Tschaikowsky als behender Pflichtarbeiter, der in immerhin vier der hier eingespielten fünf Stücken den wohltönenden Hymnus Gott erhalte den Zaren verwendet und diesen einmal, um eine höchstherrschaftliche Hochzeit zu symbolisieren, auf raffinierte Weise mit der dänischen Nationalhymne vermählt, dazu kenntnisreiche und recht überzeugte Worte eines Textautors, der an den schöpferischen Wert des Auftrags als Quell beschleunigter Inspiration glaubt – das hätte in der Tat mitreißend werden können. So aber verdampfen die rein orchestralen Beigaben wie feuchtgewordenes Tischfeuerwerk ...

Ganz ausdrücklich auszunehmen ist von diesem Urteil die Einspielung der 1883 entstandenen Kantate Moskau für Mezzosopran, Bariton, Chor und Orchester. Das Stück, das Peter Tschaikowsky binnen zweier Wochen fertigzustellen hatte, ist über weiteste Strecken geglückt und erlebt hier eine Wiedergabe, die – zumal im direkten Anschluß an die Fehlzündungen der 1812 – mit dem Rest der Veranstaltung zwar nicht unbedingt versöhnt, die Note aber doch um einiges zu retten vermag: Geradezu liebenswürdig wirkt die Kapelle in diesem Werk, das deutlich von der chorischen Inspiration und vor allem von den beiden Solisten profitiert, deren Beiträge sich weit über die leeren Festtagsklänge der umrahmenden Orchesterstücke erheben.

Rasmus van Rijn [04.01.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Tschaikowsky Ouvertüre solennelle 1812 Es-Dur op. 49 00:14:36
2 Moscow Cantata 00:23:20
8 Slavonic March b-Moll op. 31 00:10:12
9 Festival Coronation March 00:05:02
10 Festive Overture on the Danish National Anthem op. 15 00:01:04

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alexey Markov Bariton
Lyubov Sokolova Mezzosopran
Chor des Mariinsky Theaters St. Petersburg Chor
Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg Orchester
Valéry Gergiev Dirigent
 
MAR0503;0822231850328

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