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CD-Besprechung

Pindakaas Saxophon Quartet Ballads of Good Life

Pindakaas Saxophon Quartet<br />Ballads of Good Life

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 15.12.09

Classicclips CLCL 904

1 CD • 69min • 2008

Das Pindakaas Saxophon Quartett versteht sich als Querdenker jenseits gängiger Kammermusikprogramme. Als Grenzüberschreiter kann man durchaus auch die auf dieser CD versammelten Komponisten sehen. Neben der zentralen Figur Kurt Weill sind dies Astor Piazzolla, Albert Ketèlbey und der 1964 geborene Bastian Fiebig, der mit seinem entgegen den Erwartungen recht statischen Totentanz die einzige Originalkomposition für Saxophonquartett beisteuert. In ihren Werken mischen sich – bei Kurt Weill auf meist sehr parodistische Weise – Klassik, Jazz, Tango und Zeitgenössisches mit Elementen der leichten Muse, wobei man es bezüglich Letzterem am besten mit Nino Rota hält: „Leichte Musik bezieht sich nur auf die Leichtigkeit des Zuhörens, nicht auf diejenige des Komponierens.“ Federnde Leichtigkeit ist es auch, was das Spiel des Pindakaas Saxophon Quartetts in besonderem Maße auszeichnet. Dabei scheint die Musik wie geschaffen für dieses Ensemble; sie wirkt in den raffinierten und farbigen Saxophon-Arrangements von zwei Piazzolla-Tangos sowie Kurt Weills Kleiner Dreigroschenmusik, seinem Alabama Song und Tango habañera ziemlich authentisch.

Ein großer Pluspunkt dieser Einspielung ist die Sprachgewandtheit des Saxophon-Ensembles, dank der man etwa die so wichtige Textebene der Dreigroschenoper kaum vermisst. Und doch hinterlässt die CD einen zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite stehen die anmutige Geschmeidigkeit, das rhythmische Feingefühl, das klangschöne und überaus homogene Spiel der vier Saxophonisten, kurz, deren erlesene Ensemblekultur. Auf der anderen ein ausgesprochen stimmiges Programm, dessen Wiedergabe beispielsweise dem Parodistischen bei Kurt Weill aber zu wenig Aufmerksamkeit schenkt und insgesamt für meinen Geschmack einen markanteren, vielleicht sogar roheren Zugriff gut vertragen könnte, etwa in Astor Piazzollas leidenschaftlichem Libertango oder Albert Ketèlbeys berühmten, leicht orientalisch angehauchten In a Persian market. So wirkt das unter dem Titel „Ballads of Good Life“ (nach Kurt Weills Ballade vom angenehmen Leben aus der Dreigroschenoper) zusammengefasst Repertoire auf Dauer etwas ermüdend, auch wegen seines größtenteils bittersüß melancholischen Tonfalls. Nicht einmal vier melodisch zwar betörende, aber weder rhythmisch noch dynamisch elektrisierende Klezmer-Musiken bringen die erhoffte Abwechslung, auch nicht das dafür geradezu prädestinierte, eigentlich schmissige Play the Klezmer. Was man bekommt, sind ein Programm und Interpretationen, die keinem weh tun, denen bei aller klanglichen Geschliffenheit jedoch die wünschenswerten Ecken und Kanten fehlen.

Christof Jetzschke [15.12.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 K.  Weill Kleine Dreigroschenmusik 00:21:55
10 Alabama Song 00:03:25
11 Youkali (Tango Habañera aus "Marie Galante", 1935) 00:05:07
12 A. Piazzolla Café 1930 00:08:09
13 Libertango 00:03:45
14 B. Fiebig Totentanz 00:05:16
15 A. Ketèlbey In a Persian market 00:06:37
16 Traditional Schpil-Sche mir a Lidele 00:02:12
17 Long live the Nigun 00:02:09
18 Shver und Shviger 00:01:50
19 Play the Klezmer 00:03:57
20 K.  Weill Lost in the Stars 00:03:35

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Pindakaas Saxophonquartett Ensemble
 
CLCL 904;4260113469040

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