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CD-Besprechung

F. Mendelssohn Bartholdy

Ars Produktion 1 CD/SACD stereo/surround ARS 38 059

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 27.10.09

Ars Produktion ARS 38 059

1 CD/SACD stereo/surround • 72min • 2009

Keinen glatt polierten, sondern einen erfreulich aufgerauten Mendelssohn präsentiert das Ensemble Alte Musik Köln in den Klaviertrios Nr. 1 d-Moll op. 49 und Nr. 2 c-Moll op. 66. Christine Rox (Violine), Klaus-Dieter Brandt (Violoncello) und Tobias Koch (Hammerflügel des Berliner Hofinstrumentenmachers Christian Heinrich Kisting aus dem Jahr 1835) lassen in ihrem konturenscharfen, drängenden und klanglich höchst delikaten Dialog auf historischen Instrumenten Sentimentalem und – gerade in den langsamen Sätzen – einem falsch verstandenen biedermeierlichen Idyll keine Chance. Dabei beleuchten sie auf bezwingende Weise die romantische Leidenschaft und schimmernde Farbigkeit beider Werke. Die für Mendelssohn ungewohnte Erregung und Robustheit des Kopfsatzes sowie die Unruhe und der Furor des Finales von op. 49 werden in einem überlegenen und Funken sprühenden Spiel ebenso hoch gespannt abgebildet, wie der elfenhafte Spuk des Scherzos. Besonders die Streicher agieren mit einer nicht gerade häufig anzutreffenden rhetorischen Plastizität und einer immer wieder willkommenen Schärfe im Ton, wovon auch das wundervolle und liebevoll phrasierte Andante con moto tranquillo profitiert.

Was sofort an dieser Einspielung ins Ohr fällt, ist, dass eben nicht – wie in manchen Vergleichsaufnahmen – allein der Pianist der treibende Motor dieser in ihrer Dynamik, Klangfarbigkeit und Eloquenz so kontrastreichen, kompetenten und rundum überzeugenden Interpretationen ist. Auch wenn Tobias Koch beispielsweise in den Ecksätzen des großen, sinfonisch ausladenden c-Moll-Trios op. 66 alles abverlangt wird: Bei aller wirkungsvollen Virtuosität geht es weder ihm, noch den beiden Streichern um solistische Profilierung. Sie sprechen alle aus einem Mund und gelangen zu einer Ausdrucksbandbreite und -tiefe, die sogar in dem mehr albtraumhaft denn sommernachtsträumerisch formulierten Scherzo und in den lustvoll ausgekosteten gesanglichen Bögen des Andante espressivo von op. 66 ihresgleichen sucht. Dies kommt auch dem frühen Trio für Pianoforte, Violine und Viola (Mathias Feger) c-Moll o.O. aus dem Jahr 1820 mit seinen unüberhörbaren Mozartschen, Haydnschen und Bachschen Einflüssen zugute, das hier als Ersteinspielung vorliegt. Warum man sich allerdings dafür entschieden hat, auch noch das Lied ohne Worte op. 109 und das Albumblatt für Julius Rietz – beide für Violoncello und Klavier – auf diese CD zu bannen, ist mir ein Rätsel. Zwar bieten sie Klaus-Dieter Brandt und Tobias Koch die Gelegenheit, mit einer sehr nuancenreichen Tongebung zu brillieren. Doch meiner Ansicht nach bleibt nach der Intensität der Klaviertrios op. 49 und op. 66 nichts mehr zu sagen – abgesehen von dem frühen c-Moll-Trio, dessen Scherzo für den entsprechenden Satz des Trios d-Moll op. 66 Modell stand.

Wenn es tatsächlich etwas an dieser Aufnahme zu bemängeln gibt, so ist es das etwas zu hallige Klangbild dieser SACD. Bei einer Einspielung, die so frisch und lebendig wie ein Live-Konzert daherkommt, tritt dieser Höreindruck aber schon nach wenigen Takten in den Hintergrund.

Christof Jetzschke [27.10.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Mendelssohn Bartholdy Trio Nr. 1 d-Moll op. 49 für Violine, Violoncello und Klavier 00:25:43
5 Trio Nr. 2 c-Moll op. 66 für Violine, Violoncello und Klavier 00:26:12
9 Trio c-Moll für Klavier, Violine und Viola 00:13:10
13 Romance sans paroles D-Dur op. 109 für Violoncello und Klavier (dédiée à Mlle. Lise Christiani) 00:04:26
14 Album für Julius Rietz – Assai tranquillo 00:02:30

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alte Musik Köln Ensemble
 
ARS 38 059;4260052380598

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