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CD-Besprechung

J.S. Bach

Cantatas 44

J.S. Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 27.01.10

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BIS 1791

1 CD/SACD stereo/surround • 76min • 2008

Einen faszinierenden Einblick in Bachs Werkstatt vermittelt die Kantate BWV 146: Das nur in Abschriften aus der Zeit nach Bachs Tod überlieferte Werk zeigt gleich in seinen beiden ersten Stücken, wie Bach im so genannten Parodieverfahren weltliche Musik für sein geistliches Schaffen fruchtbar machte. Das Vorbild ist ein verloren gegangenes Violinkonzert aus der Weimarer Zeit, das später auch zum Muster des Cembalokonzerts BWV 1052 werden sollte. Der erste, strahlend festliche Satz des Konzerts erklingt jetzt als einleitende Sinfonia der Kantate; der Mittelsatz hingegen wird auf sehr raffinierte Weise in den Eingangschor verwandelt: Die Violinsolostimme wird zum Orgelpart, während der Chorsatz auf die Worte Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen in den Instrumentalsatz hineinkomponiert worden ist: Wie eine tröstenden Begleitmusik zur gedrüückten Stimmung des gesungenen Textes ist der langsame Satz des Konzerts mit dem Chorpart in wunderbar dichtem harmonischem Satz verwoben. Der Kontrast von irdischer Traurigkeit und zukünftiger himmlischer Freude werden auch im weiteren Verlauf der Kantate eindrucksvoll gestaltet.

Die beiden weiteren Kantaten dieser CD werden wie BWV 146 dem dritten Kantatenjahrgang (1725 bis 1727) zugeordnet. Siehe, ich will viel Fischer aussenden BWV 88 berichtet vom Berufungswunder des Petrus: Jesus überzeugt den Fischer Simon, der die ganze Nachts seine Netze vergeblich ausgeworfen hatte, es doch noch einmal zu versuchen, woraufhin dieser einen reichen Fang macht und sich darüber wie über einen Dämonenstreich erschreckt; Jesus aber beruft ihn mit dem Wort „Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fangen“ in seine Jüngerschaft. Gott fähret auf mit Jauchzen BWV 43 ist für den Himmelfahrtstag geschrieben: Stellvertretend für die Gläubigen beschreibt das Solistenquartett das „Siegsgepräng“ Jesu, der „nunmehr das Heilandswerk vollendet“ habe und lenkt die Hoffnung der Gemeinde darauf, dass Jesus ihnen „neben sich die Wohnung zubereiten“ wolle. Repräsentative Freudenklänge mischen sich hier mit innigen Akzenten sehnsuchtsvoller Erwartung.

Die Interpreten dieser CD sind erfahrene Teilnehmer in Masaaki Suzukis Bach-Kantaten-Projekt, das Zusammenspiel zwischen Vokal- und Instrumentalsolisten ist mustergültig inhaltlich gefüllt und weist über den Horizont, das alles „zu klappen" hat, weit hinaus – das ist der beste Beweis dafür, dass Suzuki diese Mammutunternehmung ganz und gar aus den Untiefen der Routine heraushalten kann, die Vorhaben von diesem Umfang immer bedrohen. Leider fällt auf, dass die Stimme von Peter Kooij, der sich mittlerweile in der Mitte seiner fünfziger Jahre befindet, langsam an Kraft und Geschmeidigkeit abnimmt und gelegentlich einen etwas schütteren Eindruck macht. Aber das ist leider der Gang der Welt und es ist hoffentlich noch lange nicht Zeit für diesen außerordentliche Interpreten, sich aus dem aktiven Gesangsleben zurückzuziehen.

Detmar Huchting [27.01.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen BWV 146 (Kantate) 00:37:35
9 Siehe, ich will viel Fischer aussenden BWV 88 (Kantate) 00:17:23
17 Gott fähret auf mit Jauchzen BWV 43 (Kantate) 00:19:47

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Rachel Nicholls Sopran
Robin Blaze Countertenor
Gerd Türk Tenor
Peter Kooij Bass
Bach Collegium Japan Ensemble
Masaaki Suzuki Dirigent
 
1791;7318599917917

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