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CD-Besprechung

K.A. Hartmann

wergo 1 CD WER 6714 2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 14.08.09

Klassik Heute
Empfehlung

wergo WER 6714 2

1 CD • 71min • 2004, 2007

Zunächst hat diese CD aus dem Hause Wergo bei mir gewisse nostalgische Empfindungen geweckt. Da war sie wieder, die Zeit, als man die Nachtprogramme des Südwestfunks Baden-Baden mit dem legendären TK 245 aufnahm, um an Sachen zu kommen, von denen die Tonträgerindustrie damals nicht einmal träumen mochte: Hans Werner Henzes Sinfonien, die Chronochromie von Olivier Messiaen oder auch die Musik von Karl Amadeus Hartmann, die immer dann, wenn’s konzertant zuging, gewiß mit der unvergeßlichen Maria Bergmann am Klaviere ausgestrahlt wurde ...

Schon damals hat mich Hartmann mit seiner wuchtigen musikalischen Persönlichkeit gepackt, und diese Faszination hat sich über die Jahrzehnte hin gewiß nicht vermindert. Weshalb diese jetzt vorliegende Konzertproduktion auch schon sympathische Saiten anrührte, bevor ich sie überhaupt in der Ladeluke meines medialen Multifunktionsgerätes versenkte. Dann aber begann das pure Vergnügen. Schon der zehnminütige Auftakt, die Burleske Musik für sechs Bläser, Schlagzeug und Klavier, wollte mir mit ihrem überbordenden Temperament schier den Atem rauben: Da ist jeder Takt, jeder Ton, jeder kleinste Impuls mit einem elastischen Schwung und einem Feuer auf den exaktesten Punkt gebracht, daß es gar nicht lange dauert, bis man sich nolens volens vom verzwickten, frechen Elan anstecken läßt und förmlich mitswingt. Darauf das Klavierkonzert mit Bläsern und Schlagzeug: in seiner metrischen Variabilität von Yorck Kronenberg so mitreißend exekutiert wie nachher das Doppelkonzert für Bratsche mit Klavier, in dem Elisabeth Kufferath und Florian Uhlig die verhalten-eindringlichen Soli mit unverwechselbarer Eloquenz darstellen – ich gebe gern zu, daß ich gerade dieses farblich etwas gedecktere und sprödere Stück noch nie in einer ähnlich packenden Aufnahme gehört habe.

Dasselbe ist abschließend zu dem Concerto funèbre mit dem Geiger Benjamin Schmid zu sagen. Die bohrende Intensität hat so gar nichts mit dem musikalischen „Auwei-Geschrei“ oder der billigen Larmoyanz zu tun, zu der sich manch einer durch den Titel des Werkes schon hat verführen lassen, und hält deshalb den Bogen von der ersten bis zur letzten Sekunde in einer Weise gespannt, daß wir während der gesamten Aufführungsdauer sämtlicher Hintergrundinformationen werden entraten können: Diese „Trauermusik“ hebt sich weit über Anlässe, Vorkommnisse, aktuelle Betrachtungen und „Mene-ge-tekel“ empor zu einem der großen Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts. Punkt.

Die vorzügliche orchestrale Aktion, der knackig-frische Klang und der umfassende Begleittext lassen nur eine Bewertung zu.

Rasmus van Rijn [14.08.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 K.A. Hartmann Burleske Musik für Flöte, Klarinette, Fagott, Horn, Trompete, Posaune, Schlagzeug und Klavier 00:10:02
5 Konzert für Klavier, Bläser und Schlagzeug 00:15:03
8 Concerto funèbre für Violine und Streichorchester 00:20:09
12 Konzert für Viola und Klavier begleitet von Bläsern und Schlagzeug 00:25:00

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Benjamin Schmid Violine
Elisabeth Kufferath Viola
Yorck Kronenberg Klavier
Florian Uhlig Klavier
SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern Orchester
Paul Goodwin Dirigent
 
WER 6714 2;4010228671421

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