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CD-Besprechung

The Welte-Mignon Mystery Vol. XII
Debussy and Ravel today playing their 1912 interpretations

The Welte-Mignon Mystery Vol. XII<br />Debussy and Ravel today playing their 1912 interpretations

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 22.05.09

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Tacet 166

1 CD • 64min • 1912

Man könnte es als einen akustischen Blick unter den pianistischen Rock der Musikgeschichte werten: historische Aufnahmen mit Komponisten, die ihrer eigenen Werken zum Besten – bisweilen auch nur zum Halbbesten – geben, seinerzeit einem Publikum zur Laune, zum echten Interesse, das noch nicht im Besitz von hunderten Platteneinspielungen war, wie wir im 20. und zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Debussy und Ravel waren im Hauptberuf Komponisten. In keinem Fall zogen sie ihre kommunikative Schleifspur quer über die Kontinente als Interpreten. Aber sie wussten um ihren Auftrag, sie kannten ihre Partituren, obwohl man sich da keinen Illusionen hingeben darf. Natürlich: sie wussten um alles, was sie je notiert hatten. Aber im Moment der klanglich-phraseologischen Wiederérweckung auf einem wie auch immer technisch fundierten Dokumentationsgerät, da fühlten sie sich frei, das jeweils Eigene weiterzudenken, nicht simpel zu reproduzieren. Sie wussten – wie auch Bartók, wenn er sich in eigener Sache ans Klavier setzte –, dass zu Papier Gebrachtes nur eine Momentaufnahme des Gedachten, des Erwünschten darstellt. Der Interpret, vor allem der Komponist, wenn er sich dem selbst Verfassten widmet, wird sich korrigierend, weiter spinnend mit seiner in gedruckten Noten erstarrten Welt zu neuen Ufern bewegen, auch wenn es sich – wie bei Debussy und Ravel – zumeist um Nuancen handeln mag.

Im Vergleich zu „modernen“ Einspielungen von Gieseking, Casadesus, Francois, Richter, Benedetti Michelangeli, Gulda, Zimerman bis hin zu Jüngeren wie Trpceski. Boffard oder Hamelin wirken die – klanglich wie immer bei Tacet superb aufgearbeiteten, auf einem heutigen Instrument gleichsam reanimierten – Rollenaufnahmen etwas wackelig in der Diktion, feinmechanisch nicht auf jenem Niveau, das selbst für jüngste Wettbewerbsteilnehmer aus allen Ecken der Welt verbrieft ist. Dafür haben diese Selbst-Deutungen Duft und Charme, bezeugen die innige Beziehung zwischen dem schöpferischen Impuls und der direkten, engen Beziehung zur nachgestalterischen Reaktion.

Wie wären wir Musikenthusiasten dankbar, wenn wir solche Aufzeichnungen von Mozart, Schubert, Schumann, Liszt oder Chopin hätten!

Peter Cossé [22.05.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Debussy Children's Corner 00:15:28
2 D'un cahier d'esquisses 00:04:42
3 La soirée dans Grenade 00:05:16
4 La Plus que lente 00:03:17
5 Danseuses de Delphes (aus: 12 Préludes (Livre I)) 00:03:09
6 La cathédrale engloutie (aus: 12 Préludes (Livre I)) 00:05:31
7 La danse de Puck (aus: 12 Préludes (Livre I)) 00:02:29
8 Le vent dans la plaine (aus: 12 Préludes (Livre I)) 00:02:09
9 Minstrels (aus: 12 Préludes (Livre I)) 00:01:44
10 M. Ravel Sonatine fis-Moll 00:04:05

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Claude Debussy Klavier
Maurice Ravel Klavier
 
166;4009850016601

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