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CD-Besprechung

Puccini Giacomo: Madama Butterfly

EMI 2 CD 2 64187 2 8

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 05.05.09

EMI 2 64187 2 8

2 CD • 2h 15min • 2008

Adel verpflichtet. Sieht man die stattliche Diskographie von Puccinis Madame Butterfly durch, dann nehmen die Produktionen der EMI durchweg vordere Plätze ein. Fast unerreicht in ihrem unsentimentalen, fast schroffen Habitus ist Gianandrea Gavazzenis Mono-Einspielung von 1954 mit Victoria de los Angeles und Giuseppe di Stefano. Herbert von Karajans klangsinnlichere Version aus dem folgenden Jahr, mit Maria Callas und Nicolai Gedda, hat ebenfalls Referenzcharakter. 1966 setzte Sir John Barbirolli mit Renata Scotto und Carlo Bergonzi für die Stereo-Ära neue Maßßstäbe.

Die zu Puccinis 150. Geburtstag in Rom entstandene Neuaufnahme muß sich an diesen Vorgängerinnen messen. Statt eine Aufführung live mitzuschneiden und hinterher zu frisieren, was heute der Regelfall ist, läßt EMI die große Tradition der Studio-Aufnahmen neu aufleben und versucht gleichzeitig die Ära der großen Sänger von damals heraufzubeschwören. Mit Angela Gheorghiu und Jonas Kaufmann (der hier an die Stelle von Gheorghius sonst obligatorischem Tenorpartner und Ehemann Roberto Alagna tritt) hoffte man wohl auch, dem verkaufsträchtigen Gespann Anna Netrebko und Rolando Villazón (Deutsche Grammophon) Paroli bieten zu können. Die Rechnung ist aufgegangen, jedenfalls in künstlerischer Hinsicht.

Diese von Antonio Pappano feurig und klangschwelgerisch geleitete Produktion gehört zu den spannendsten Puccini-Aufnahmen der letzten Jahre. Trotzdem kommen dem Hörer immer wieder Zweifel, ob er sich im richtigen Stück befindet. Gheorghiu und Kaufmann haben ihre Partien noch nicht auf der Bühne gesungen und das läßt sich, bei aller Bewunderung für ihre gesangsdarstellerische Intensität, nicht überhören. Die Sopranistin ist keine 15jährige japanische Kindfrau, sondern eine ausgereifte, heißblütige Südländerin und der Tenor nirgends der coole, arrogante Yankee, sondern ein temperamentvoller Latin Lover. Im Liebesduett des ersten Aktes geht in bisher ungehörter Weise „die Post ab". Die beiden schaukeln sich gegenseitig hoch, die Szene birst vor Sinnlichkeit und Pappano heizt mit dem Orchester ordentlich nach.

Gheorghiu spielt selbstbewußt den Trumpf ihres dunkel getönten Ausnahme-Soprans aus, riskiert großes Pathos bis hin zur Überemphase. Das ist wohl altmodisch, aber zugleich großartig. Kaufmann, der sich vom lyrischen zum spinto-Tenor entwickelt hat, bleibt ihr dabei nichts schuldig und fordert siegessicher die italienische und lateinamerikanische Konkurrenz heraus. Das lohnt sich zu hören, trotzdem bleibt die Frage, ob sich die beiden Sänger und ihr Dirigent für die Demonstration ihrer Puccini-Kompetenz nicht besser Tosca ausgesucht hätten. Die Nebenrollen sind mit Fabio Capitanucci, Enkelejda Shkosa und Gregory Bonfatti erstklassig besetzt.

Ekkehard Pluta [05.05.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Puccini Madama Butterfly

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Angela Gheorghiu Cio-Cio San, Madame Butterfly - Sopran
Jonas Kaufmann B.F. Pinkerton - Tenor
Enkelejda Shkosa Suzuki, Cio-Cio Sans Dienerin - Mezzosopran
Fabio Maria Capitanucci Sharpless - Bariton
Gregory Bonfatti Goro Nakodo - Tenor
Raymond Aceto Onkel Bonzo - Baß
Orchestra e Coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia Orchester
Antonio Pappano Dirigent
 
2 64187 2 8;5099926418728

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