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CD-Besprechung

L. Farrenc

cpo 1 CD 777 256-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 06.05.09

cpo 777 256-2

1 CD • 79min • 2006

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Pianistin, Komponistin, Lehrerin und Forscherin Louise Farrenc (1804–1875) eine anerkannte Größe des Pariser Musiklebens. Als erste Frau leitete sie dreißig Jahre lang eine eigene Klavierklasse am ehrwürdigen Conservatoire, ihre 30 Etüden op. 26 wurden als Lehrwerk an verschiedenen Konservatorien eingeführt, für ihr Kammermusikschaffen wurde sie mehrfach mit Preisen geehrt; gemeinsam mit ihrem Mann, dem Flötisten, Verleger und Forscher Aristide Farrenc veröffentlichte sie eine 23 Bände umfassende Anthologie der Klaviermusik des 16. bis 19. Jahrhunderts, ein bahnbrechendes Werk für die Wiederentdeckung vergessener musikalischer Schätze. Auch als Komponistin ging sie mutig eigene Wege: Im operverliebten Paris ihrer Zeit wandte sich die Schülerin von Anton Reicha den damals als „deutsch“ angesehenen Gattungen der Instrumentalmusik zu und schuf damit einige der wenigen Beiträge Frankreichs zur Orchester- und Kammermusik klassisch-romantischer Prägung.

Heute wird das Andenken der Farrenc vor allem von dem Label cpo hochgehalten, das nach Orchesterwerken und Klaviermusik auch die Kammermusikwerke nach und nach erschließt. Die Mitglieder des Linos Ensembles um die Pianistin Konstanze Eickhorst, die sich schon mit großem Erfolg für die Klavierquintette eingesetzt haben, präsentieren auf ihrer neuen CD das Sextett für Klavier und Bläserquintett aus dem Jahre 1852, das erste bekannte Werk für diese Besetzung überhaupt. Es handelt sich dabei um ein verkapptes Klavierkonzert, sowohl in der dreisätzigen Anlage als auch in der Gegenüberstellung des konzertanten Klavierparts mit der geschlossenen Klanggruppe des Quintetts, aus dem sich gleichwohl immer wieder die einzelnen Bläser mit solistischen Passagen herauslösen. Alle Instrumente sind hier gleichermaßen mit äußerst dankbaren Aufgaben betraut, denen die Linos-Instrumentalisten mit Perfektion und hinreißender Spielfreude genussvoll nachkommen. Ohne Zögern mag man auch dieses meisterhafte Werk als „so verständig in der Ausführung, so fertig“ bezeichnen und darin den „ganz leisen romantischen Duft“ entdecken, den Robert Schumann dem Air russe von Louise Farrenc attestierte.

Eingerahmt wird das Sextett von zwei Klaviertrios, dem schwungvollen Opus 33 (das hier in Ersteinspielung vorgelegt wird) und dem schon bei seinem Erscheinen von der Fachpresse hoch gelobten Es-Dur-Trio op. 44 für Klavier, Klarinette und Violoncello (nicht Violine, wie im Booklet fälschlich angegeben!). Hier sind der Klarinettist Rainer Müller-van Recum und der Cellist Mario Blaumer einfühlsame Partner der virtuos-unerschrockenen Pianistin.

Sixtus König † [06.05.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L. Farrenc Klaviertrio Nr. 1 Es-Dur op. 33 00:31:06
5 Sextett c-Moll op. 40 00:24:58
8 Klaviertrio Nr. 3 Es-Dur op. 44 00:22:57

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Linos Ensemble Ensemble
 
777 256-2;0761203725625

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