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CD-Besprechung

F. Mendelssohn Bartholdy • R. Schumann • M. Bruch

OehmsClassics 1 CD OC 725

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 31.03.09

OehmsClassics OC 725

1 CD • 66min • 2007, 2008

Seit den Anfängen der Langspielplatte bilden die beiden berühmtesten Violinkonzerte der deutschen Romantik, Mendelssohns e-Moll-Konzert und das g-Moll-Konzert von Max Bruch, ein nahezu unzertrennliches Gespann. Heute, im Zeitalter der CD, bedarf es dazu noch einer Programmergänzung, um auf eine angemessene Spieldauer zu kommen. Oehms Classics hat dafür die selten gespielte C-Dur-Fantasie von Robert Schumann ausgewählt – eine sinnvolle Koppelung, bei der der Name des Geigers Joseph Joachim als Bindeglied zwischen den Werken fungiert. Als Vierzehnjähriger spielte Joachim 1845 die Dresdner Erstaufführung des Mendelssohn-Konzerts, Schumanns Fantasie entstand auf seine Anregung hin und wurde von ihm 1853 in Düsseldorf aus der Taufe gehoben, und schließlich ist er der Widmungsträger von Bruchs Opus 26, dessen endgültige Fassung er 1868 in Bremen vorstellte.

Der aus Wien stammende Benjamin Schmid, der 1992 mit dem Gewinn des Londoner Carl-Flesch-Wettbewerbs den Durchbruch zur Weltelite schaffte, bietet geigerisch eine imponierende Leistung. Blitzsaubere Doppelgriffe, atemberaubende Geläufigkeit und scharfe Bogenattacken zählen zu den Stärken des Grenzgängers zwischen Klassik und Jazz. Nicht in gleichem Maße überzeugen kann die unstete, spontanen Impulsen gehorchende Tongebung, die keine großen kantablen Bögen entstehen lässt. Unmotivierte Akzente und nervöses Vibrato stören immer wieder die Linie. Die Darstellung wirkt hinsichtlich Artikulation und Agogik genau ausgearbeitet, allerdings – besonders im Mendelssohn-Konzert – mehr vom Kopf gesteuert als aus natürlichem Empfinden heraus geboren. Die vielen gelungenen Momente stehen etwas unvermittelt nebeneinander, ohne sich zu einer Gesamtschau organisch zusammenzufügen. In den sehr raschen Fluss des Kopfsatzes wollen sich die gestalterischen Freiheiten nicht recht einpassen, der Schlusssatz klingt weniger beschwingt als schneidig und durch das auftrumpfende Orchester für Mendelssohn ungewohnt martialisch. Überzeugender werden die wechselnden Stimmungen der Schumann-Fantasie realisiert, die sich zwischen improvisatorisch schweifenden und rhythmisch scharf konturierten Passagen, zwischen sanfter Melancholie und festlicher Brillanz bewegt. Im Bruch-Konzert leidet das berühmte Adagio etwas unter dem aufdringlichen Vibrato, doch warten die Ecksätze mit schlüssigen Tempi auf, und im „Ungarischen“ Finale ist auch der kräftige Zugriff des Orchesters angebracht.

Sixtus König † [31.03.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Mendelssohn Bartholdy Konzert e-Moll op. 64 für Violine und Orchester 00:27:10
4 R. Schumann Fantasie C-Dur op. 131 für Violine und Orchester 00:13:59
5 M. Bruch Konzert Nr. 1 g-Moll op. 26 für Violine und Orchester 00:24:17

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Benjamin Schmid Violine
Staatsorchester Rheinische Philharmonie Orchester
Daniel Raiskin Dirigent
 
OC 725;4260034867253

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