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CD-Besprechung

Johann Sebastian Bach Concerts avec plusieurs instruments - IV

Johann Sebastian Bach<br />Concerts avec plusieurs instruments - IV

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 05.03.09

Alpha Productions 137

1 CD • 61min • 2008, 2004

Auch auf Folge IV der Einspielung Bachscher Instrumentalkonzerte bleibt das junge französische Ensemble Café Zimmermann seiner begrüßenswerten und für reichlich Abwechslung sorgenden Linie treu: Konzerte für ein oder mehrere Soloinstrumente werden mit Gruppenkonzerten gekoppelt; und die äußerst vitale Musizierhaltung der absolut stilsicheren Ensemblemitglieder atmet – wie in den vorangegangenen Einspielungen – in jedem Takt eine enorme musikantische Spielfreude. Doch trotz sehr rascher Tempi vermeidet das Ensemble auch in Sachen Dynamik und Akzentuierung überzeichnet wirkende Extreme und vermittelt somit bei allem lustvollen Drängen eine erstaunliche Gelassenheit. Dabei scheint das Hauptaugenmerk der Musiker weniger den thematischen, dynamischen und klangfarblichen Kontrasten zu gelten, als vielmehr der immer wieder staunenswerten Kunstfertigkeit Johann Sebastian Bachs in der Verklammerung und Fortspinnung von Soli und Tutti, von Ritornell und Episode. Nicht nur in dem energischen Kopfsatz des a-Moll-Violinkonzerts BWV 1041 ist diese Herangehensweise erkennbar, sondern auch – trotz eines deutlicheren Wechselspiels von Soli und Tutti – im klangprächtigen und hochvirtuosen Brandenburgischen Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047 mit seiner aus Trompete, Flöte, Oboe und Violine bestehenden ungewöhnlichen Concertino-Besetzung. Zwischen den sich imitierenden Solisten und dem Orchester funkt und funkelt es, dass es eine wahre Freude ist. Ähnlich verhält es sich im Konzert für Flöte, Violine und Cembalo a-Moll BWV 1044, wenn auch die feinfühlig miteinander duettierenden Flöte und Violine nie die exponierte Führungsrolle des Cembalos beanspruchen (den Ecksätzen diente eine Klavierkomposition als Vorlage: Präludium und Fuge a-Moll BWV 894). Im auf der Orgel-Triosonate d-Moll BWV 527 basierenden und ohne Orchester auskommenden Adagio ma non tanto e dolce präsentieren sich die Solisten dagegen als gleichrangige Partner innerhalb eines ausgewogenen Triospiels, wobei das Café Zimmermann mit einer geradlinigen Spielweise voll rhythmischer Geschmeidigkeit glänzt. Allerdings bleiben manch innige und lyrische Momente dabei fast auf der Strecke, ebenso in den Binnensätzen des a-Moll-Violinkonzerts und des Brandenburgischen Konzerts Nr. 2, was ich als tatsächlichen Verlust empfinde.

Trotzdem: Die gestenreiche, mitunter auch kraftvolle Bach-Lesart des Café Zimmermann zieht unweigerlich in ihren Bann. Und ganz besonders die spieltechnische und rhetorische Meisterschaft von Céline Frisch und Dirk Börner im Konzert für zwei Cembali C-Dur BWV 1061, gerade innerhalb des sicilianoartigen, nachdenklichen Adagios.

Christof Jetzschke [05.03.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Konzert a-Moll BWV 1041 für Violine und Orchester 00:13:40
4 Konzert C-Dur BWV 1061 für 2 Cembali 00:16:50
7 Konzert a-Moll BWV 1044 für Flöte, Violine und Cembalo 00:19:01
10 Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047 00:11:17

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Café Zimmermann Ensemble
 
137;3760014191374

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