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CD-Besprechung

Alexander Alyabiev

The Magic Drum - Orchestral & Incidental Music

Fuga Libera FUG 539

1 CD • 12min • 2007

29.10.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Wer kennt Alexander Alexandrowitsch Alyabiev, im Deutschen auch Aljabjew oder Alabieff geschrieben? Freunde historischer Gesangsaufnahmen dürften noch am ehesten etwas mit diesem Namen anfangen können, denn das Lied Die Nachtigall gehörte in der Frühzeit der Schallplatte zu den unverzichtbaren Bravourstücken der Koloratursoprane wie Erna Sack oder Miliza Korjus. Bereits früher pflegten Primadonnen wie Pauline Viardot und Adelina Patti die Nachtigall als Einlage in Rossinis Barbier von Sevilla einzubauen. Darüber hinaus kennt man (vielleicht abgesehen vom a-Moll-Klaviertrio) aus der Feder des 1787 (also ein Jahr nach Carl Maria von Weber) geborenen russischen Komponisten praktisch nichts.

Kaum eines Komponisten Lebenslauf liest sich so merkwürdig wie der Alyabievs: Als Sohn einer aristokratischen Familie wuchs er in einer kulturell interessierten Umgebung auf, nahm an den napoleonischen Kriegen teil, stieg zum Rang eines Husarenoffiziers auf und machte sich als Komponist einen solchen Namen, dass er mit der Komposition der Einweihungsmusik für das Bolschoi-Theater beauftragt wurde. 1825 wurde er nach einem Kartenspiel mit tödlichem Ausgang des Mordes bezichtigt, verhaftet und in einem dreijährigen Prozess ohne Beweise (und vermutlich aus politischen Gründen) zu lebenslangem Exil verurteilt. Zwar durfte er nach Moskau zurückkehren, doch stand er bis zu seinem Tod 1851 unter polizeilicher Aufsicht. Seiner Kreativität hat dieses Schicksal keinen Abbruch getan, er komponierte sogar im Gefängnis, wohin ihm seine Bewacher ein Klavier bringen ließen. Vier Sinfonien, fünf Opern, 23 Vaudevilles, 150 Lieder, verschiedene Kammermusikwerke und anderes mehr enthält sein Werkkatalog, vieles davon Fragment oder ganz verschollen – hier gibt es für die Forschung noch einiges zu tun.

Wir freuen uns einstweilen an der mehr als willkommenen CD mit frühromantischer Orchester- und Bühnenmusik. Sie enthält eine hübsche Zusammenstellung von Ouvertüren zu Vaudevilles (unterhaltsamen Theaterstücken) mit ihrer typischen Mischung teils gefühlvoller, teils spritziger Musik, die gewichtigere Opern-Ouvertüre Die Belagerung von Korinth und das eindrucksvolle sinfonische Bild Der Sturm. Von Alyabievs origineller Instrumentierung, die vor allem die Bläser ausgiebig berücksichtigt, zeugen Auszüge aus der Ballettmusik Die Zaubertrommel und die einsätzige Sinfonie Nr. 3 für vier Hörner und Orchester. Dass er sich als einer der ersten russischen Komponisten mit Volksmusik beschäftigte, fand seinen Niederschlag in den Variationen über ein ukrainisches Lied für Violine und Orchester.

Das russische Musica Viva Orchestra unter der Leitung des Cellisten Alexander Rudin spielt mit Maßen historisch angehaucht, vor allem aber frisch und lebendig. Der sehr informative Begleit-Text ist leider nur auf Englisch, Französisch und Russisch beigegeben, dafür ist das Cover schön gestaltet – mit dem Bild einer Nachtigall.

Sixtus König † [29.10.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Alexander Alyabyev
1Overture to the vaudeville Three Tens, or The New Two-Day Adventure 00:10:08
2Sinfonie Nr. 3 e-Moll für 4 Hörner und Orchester (in einem Satz) 00:08:26
3Overture to the vaudeville Young Mother and the 48 Years old Fiance or The House 00:05:52
4Overture to the drama The Apostate, or The Siege of Corinth 00:05:13
5Variations on the Ukrainian theme The Cossack on the Danube für Violine und Orchester 00:11:39
6The Tempest 00:02:35
7Overture to the Vaudeville Morning and Evening, or The Wind has Changed 00:05:38
8The Magic Drum, or A Sequel to the Magic Flute (Ballettsuite) 00:12:22

Interpreten der Einspielung

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