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CD-Besprechung

B. Tschaikowsky

Hyperion 1 CD CDA67413

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 09.08.04

Hyperion CDA67413

1 CD • 70min • 2003, 2004

Die Diskographie der Werke von Boris Alexandrovich Tschaikowsky (1925-1996) ist bisher sträflich schmal: Außer einer uralten LP-Einspielung seiner zweiten Sinfonie unter Kyrill Kondrashin kannte ich bisher nichts von diesem mit seinem berühmten Namensvetter nicht verwandten Komponisten. Insofern schließt diese Hyperion-Produktion wieder einmal eine Lücke. Die Ergebnisse fallen gleichwohl unterschiedlich aus: Die Sinfonietta für Streichorchester (1953) leidet hier besonders unter der sehr kleinen Besetzung. Das Musica Viva Kammerorchester besteht dem Beiheft-Foto nach aus insgesamt 22 Musikern; das sicherlich für sinfonische Streicherbesetzung konzipierte Werk vermag in Minimalbesetzung nicht recht zu wirken, da manche Passagen einfach eine größere Resonanz benötigen. Außerdem liegen viele Stellen des Werkes sehr offen; die Homogenität der Streichergruppen lässt dort Wünsche offen. Die an Schostakowitsch erinnernde Kammersinfonie wird solide musiziert, aber die ungemein direkt abgenommenen Streicher, die offenbar sehr dichte Mikrophonierung und der künstliche Hall lassen das Stück trotz seiner aufgefächerten Klänge wirken wie aus dem Kühlschrank. Das kurze, reizvolle Präludium The Bells kommt nur aufgrund seiner traditionellen Satztechnik mit Melodien und Begleitfloskeln besser davon. Die Sechs Etüden für Streicher und Orgel op. 76 sind mit Abstand am besten gelungen, unter anderem deshalb, weil der Streichersatz weitaus solistischer ist als der konventionelle Gruppenklang der Sinfonietta. Zudem profitiert der Klang in diesem Werk deutlich von der hervorragenden Akustik des kleinen Saals im Moskauer Konservatorium, während die anderen drei Werke in den für ihre topfige Stumpfheit berüchtigten Mosfilm-Tonstudios eingespielt wurden. Der Konservatoriumssaal fördert die Präsenz der Instrumente im Raum, erzeugt einen kernigen, doch weichen Gesamtklang und verbessert auch hörbar die Bedingungen für die Musiker, die sich dort offenbar viel besser hören konnten. Insofern würde ich die Etüden für sich mit 9, 9, die anderen Werke unterschiedlich und wesentlich niedriger einstufen; die Endwertung ergibt sich als Gesamteindruck.

Dr. Benjamin G. Cohrs [09.08.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 B. Tschaikowsky Sinfonietta für Streichorchester
2 Kammersinfonie
3 Sechs Etüden für Streicher und Orgel
4 Prelude (The Bells, orchestr.: Pyotr Klimov)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ludmila Golub Orgel
Musica Viva Chamber Orchestra Orchester
Alexander Rudin Dirigent
 
CDA67413;0034571174136

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